Was ist Tellington - Touch ?
Appell an die Hundebesitzer
Hunde und Kinder
Hundeerziehung
Hunde und Kinder in der Großstadt
Sauberkeitserziehung
Leinenführigkeit
Sozialisation
Quiz: Mein Hund
Emmi ist Zuckerkrank
Zimttabletten
Aloe Vera
Blinde Hunde
Der Hund ist immer der Dumme
Lebenslauf
Werke von Berta Hummel
Handicap-Hunde
Schwerstbehinderte Hunde
Ein Klick für einen guten Zweck
Lichterkette
Tierheim „Smeura“ in Pitesti:
Dringender Hilferuf
Haftungshinweis
Importverbot für Hunde- und Katzenfelle
FAQ-Vogelgrippe
Hundegesetz NRW
Tierschutz ins Grundgesetz!
Tierquälerei
Unfallverhütung
Aus der Rechtsprechung

Als Sozialisation des Hundes bezeichnen wir in unserem Zusammenhang der Hundeerziehung das gezielte Gewöhnen des Hundes an alle möglichen Situationen und Umstände. Ein gut sozialisierter Hund ist ein angenehmer Begleiter, er rauft nicht, verfolgt keine Jogger, fährt problemlos Auto, Bus oder Bahn, steigt Treppen, hetzt keine Weidetiere usw.
Alles, was Ihrem Hund im Laufe seines Lebens begegnen könnte, sollten Sie ihm möglichst gezielt und kontrolliert bereits als Welpe im Rahmen der grundlegenden Hundeerziehung vorstellen und ihm die Gelegenheit der Gewöhnung und der Sozialisation geben.
Dazu gehört unter anderem, jedoch nicht nur:

Kinder und fremde Menschen
Hunde
andere Tiere
Jogger und Radfahrer
Menschenmengen
verschiedene Böden,
Treppen,
Aufzüge und Brücken
Restaurant
Straßenverkehr
Autofahren
Bus- bzw. Zugfahren
Wasser



Kinder und fremde Menschen

Von Anfang an sollten Sie Ihren Welpen mit möglichst vielen freundlichen Menschen zusammenbringen. Wenn Sie einen kurzen Gang mit ihm machen und dem Nachbarn begegnen, halten Sie ein kurzes Schwätzchen. Lassen Sie den Hund schnuppern, erlauben Sie, daß der Nachbar den Hund kurz begrüßt und streichelt. Am Anfang wird er wahrscheinlich jeden Menschen überschwenglich begrüßen. Sie können das unterbinden, aber es hört normalerweise auch von allein auf, wenn der Hund ein gutes Jahr alt ist.
Kindern sollte der Hund so oft wie möglich begegnen. Gehen Sie an lauten Spielplätzen entlang, an Schulhöfen und Kindergärten, immer mal wieder und so lange, bis ihr Hund das Geschrei und Getobe gelangweilt ignoriert.
Auch Babys, Krabbel- und Kleinkinder sollte der Hund möglichst kennenlernen.
Natürlich geschieht dies alles immer angeleint, um zu verhindern, daß der Hund entweder die Flucht ergreift oder aber Kinder z.B. verfolgt, um mit ihnen zu spielen.
Es ist eine gute Idee, auch den Briefträger in das Übungsprogramm mit einzubeziehen. Wenn er mitspielt, sollte er dem Hund ruhig auch einmal Leckerchen geben - das fördert die beiderseitige Freundschaft.
Machen Sie möglichst wenig Aufhebens um all diese Situationen, sie sollen für Ihren Hund alltäglich werden und weder besonders schön noch irgendwie unangenehm.


Begegnungen mit anderen Hunden

Anderen Hunden wird Ihr Welpe zwangsläufig begegnen. Normalerweise wird er auf den fremden Hund zugehen, sich wahrscheinlich auf den Rücken legen und sich beschnuppern lassen. Auch wenn es vielleicht einen atemberaubenden Größenunterschied zwischen Ihrem Hündchen und dem fremden Hund gibt und Sie der Anblick beunruhigt: Lassen Sie sich nicht irritieren, das ist ein normales Verhalten.
Natürlich sollten Sie Ihren Welpen nicht mit straßenbekannten Beißern zusammenlassen, aber viele Begegnungen mit gut sozialisierten, freundlichen Hunden haben einen hohen erzieherischen Wert für ihn. Sollte Ihr Welpe sich Frechheiten herausnehmen, kann auch mal ein Knurren ertönen, evtl. sogar ein energischer Nasenstüber, möglicherweise mit vorsichtigem Zahneinsatz: Auch das ist normal und für Ihren Welpen eine erzieherische Maßnahme, die er versteht und akzeptiert. Die Devise ist also: Ruhe bewahren, nicht hektisch werden, heraushalten, beobachten.
Derartige soziale Kontakte helfen Ihrem Hund, auch später einen problemlosen Umgang mit anderen Hunden zu haben. Wenn Welpen in den ersten Monaten nach der Trennung von ihrer Hundefamilie keine sozialen Kontakte zu anderen Hunden haben, kann ihr Verhalten später äußerst problematisch werden.
Wenn Sie - was man bei kleinen Hunden leider häufig sieht - Ihren Welpen immer gleich auf den Arm nehmen aus Angst vor größeren Hunden, dann fühlt er sich dort viel stärker als ihm guttut, er kann dabei zum Beißer oder aggressiven Kläffer werden, und irgendwann sind Sie nicht da, um ihn auf den Arm zunehmen, und dann geht es ihm womöglich wirklich "ans Fell".
Ein besonderes Kapitel der Begegnung mit anderen Hunden sind Welpenspielgruppen.


Welpenspielgruppen

Solche - unbedingt kontrollierten - Welpenspielgruppen sind ein hervorragender Ort zum sozialen Lernen für Ihren Hund. Mit Hunden im ähnlichen Alter, möglicherweise auch von ähnlicher Größe, kann er ausgezeichnet sein Sozialverhalten üben, kann sich durchsetzen, muß aber oft auch einstecken, ohne dabei wirklich schlechte Erfahrungen zu machen (vorausgesetzt, die Gruppe wird wirklich kontrolliert und ist altermäßig gut zusammengesetzt!).
Welpenspielgruppen trainieren Körper und Charakter Ihres Hundes, Sie sollten ihm diese Erfahrung unbedingt mindestens einmal wöchentlich gönnen. In einer gut geführten Gruppe lernt Ihr Hund dann übrigens auch ganz nebenbei, daß der beste Platz sowieso immer in Ihrer Nähe ist. Dort können ihm die lästigen Kollegen nichts anhaben, und es gibt immer etwas Gutes.
Hunde, die von klein an viel kontrollierten Kontakt zu anderen Hunden haben, sind als erwachsene Hunde wesentlich sicherer im Umgang mit fremden Hunden, weil sie das ganze Repertoire des Verhaltens und der "Hundesprache" kennen und zu deuten wissen.
Hunde dagegen, die immer vor fremden Hunden "beschützt" werden, entwickeln mit ziemlicher Sicherheit Probleme im Umgang mit anderen Hunden und werden wesentlich leichter in üble Beißereien verwickelt, weil sie einfach die richtige "Sprache nicht sprechen."
Häufig hängen in den Tierarztpraxen Aushänge von solchen Spielgruppen.


Wir müssen auf Mami hören

Begegnungen mit anderen Tieren

Ähnlich wie bei der Gewöhnung an Ihre eigenen anderen Haustiere sollten Sie auch bei der Gewöhnung an solche Tiere verfahren, denen Ihr Hund draußen begegnet.
Das bedeutet in der Praxis, daß Sie mit Ihrem Welpen immer wieder an solchen Tieren vorbeigehen, kurz, beiläufig, ohne großes Aufheben zu machen. Gehen Sie also an Pferdeweiden, Kleintiergehegen, Kuhwiesen, Schafherden, Vogelvolieren etc. vorbei, bis Ihr Hund dies als völlig normal empfindet und sich nicht mehr für die Tiere interessiert. Wenn Sie die Gelegenheit haben, nehmen Sie Ihren Hund auch öfter mit in einen Wildpark. Speziell Hunde mit jagdlicher Neigung können so "desensibilisiert" werden.
Das Ihr Hund dabei immer angeleint und unter Ihrer Kontrolle ist, bedarf keiner besonderen Erwähnung.
Üben Sie diese Begegnungen mit anderen Tieren alle 2-3 Wochen für einige Zeit.


Gewöhnung an andere Haustiere

Wenn zu Ihrem Haushalt bereits andere Tiere gehören, , z.B. eine Katze, Vögel, Kaninchen o.ä., eventuell auch im Garten lebendes Geflügel oder Kleintiere, dann muß sich Ihr neuer Hund daran gewöhnen. Sie sollten ihm die Käfige bzw. die Tiere zeigen, jedoch nicht zu viel Aufhebens darum machen. Diese Tiere gehören zum "Familienrudel", und ihre Anwesenheit ist völlig normal und nicht aufregend - das soll Ihr Hund lernen.
Auch wenn ein Kaninchen normalerweise eine Jagdbeute ist: In der Wohnung bzw. im Haus herrscht "Burgfriede" für Hund und andere Haustiere! Sie als der Rudelführer haben auch darüber zu entscheiden. Sie sollten sich aber darüber im Klaren sein, daß es Rassen gibt, die sich schwerer damit tun, einen solchen Burgfrieden zu akzeptieren. Kleinere Haustiere wie Nager sollten also nicht unbeaufsichtigt mit einem Hund frei in der Wohnung laufen, das kann lebensgefährlich werden. Und wenn Sie einen jungen, unternehmungslustigen Terrier haben, kann auch der mit ihm im Raum befindliche Vogekäfig anfangs gefährdet sein.
Mit Katzen hingegen läßt sich in der Regel ein dauerhaft gutes oder zumindest friedliches Verhältnis schaffen.
Besondere Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall erforderlich sowohl bei der Gewöhnung als auch in den ersten Monaten.


Gewöhnung an Katzen

Katzen können für einen Welpen gefährlich werden, wenn die beiden unbeaufsichtigt miteinander sind. Das sollten Sie in der ersten Zeit also auf jeden Fall verhindern und bei der Gewöhnung aneinander sollten Sie besonders sorgfältig vorgehen, denn diese beiden Tierarten kommen sich im Haus meist am nächsten.
Bei der ersten Begegnung halten Sie Ihren Hund fest und geben der Katze die Möglichkeit, von allein Kontakt aufzunehmen. Wichtig ist, daß die Katze sich zurückziehen kann, wenn sie will. Reden Sie ihr gut zu, überzeugen Sie sie davon, daß der Hund keine Gefahr darstellt und nun auch zur Familie gehört. Hindern Sie den Hund daran, die Katze zum Spielen aufzufordern oder sie gar zu jagen - das kann die junge Beziehung ein für alle Mal zerstören. Diese kontrollierten Begegnungen sollten Sie immer wieder durchführen, bis eine Gewöhnung stattgefunden hat und keines der beiden Tiere mehr aufgeregt reagiert - was durchaus einige Wochen dauern kann.


Gewöhnung an Vögel

Wenn der junge Hund nicht gleich gegen den Käfig springt, fühlen sich Vögel im Allgemeinen durch die Ankunft des neuen Familienmitglieds nicht bedroht.
Der Hund soll also den Käfig und das darin lebende Tier kennenlernen, es sollte jedoch nicht zu hektischen Reaktionen oder aufgeregtem Zureden Ihrerseits kommen. Je beiläufiger Sie dem Hund den Mitbewohner präsentieren, um so besser. Spielen Sie nach der "Vorstellung" mit ihm, lassen Sie ihn dann vielleicht nochmals kurz das andere Tier anschauen usw. Nach kurzer Zeit wird er sich daran gewöhnt haben, daß es noch mehr ungewöhnliche Rudelmitglieder gibt.
Bei Großsittichen und Papageien ist natürlich darauf zu achten, daß diese den Hund nicht beißen können - sonst ist das gute Verhältnis von vornherein stark getrübt.
Beim Freiflug ist natürlich zumindest anfangs der Hund aus dem Zimmer zu sperren, und auch später empfiehlt sich ein unbeaufsichtigtes Alleinlassen mit einem frei fliegenden Vogel nicht.


Gewöhnung an Kaninchen und ähnliche Kleintiere

Wenn Ihr Hund angekommen ist und sich ein wenig mit seiner neuen Umgebung vertraut gemacht hat, nehmen Sie also z.B. das Kaninchen auf den Arm (halten Sie es gut fest) und lassen Sie den Hund kurz daran schnüffeln, dann gehen Sie wieder zur Tagesordnung über. Dulden Sie nicht, daß der Hund Versuche unternimmt, mit dem Tier zu spielen, das ist verboten.
Manche Kaninchen reagieren ausgesprochen panisch, bei solchen Tieren ist die Schaffung eines friedlichen Verhältnisses insofern schwierig, weil Sie den Jagdinstinkt des Hundes immer wieder herausfordern. Andere Tiere hingegen bleiben ganz ruhig und machen keinerlei hektische Bewegungen, hier sind die Chancen für eine friedliche Koexistenz gut. Dasselbe gilt natürlich auch für Meerschweinchen.
Je nach Rasse und Wesen des Hundes ist es durchaus möglich, einen Hund und zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen aneinander zu gewöhnen. Weil Sie ja der Rudelführer sind, dürfen Sie dem Hund vorschreiben, wer im Haus zu akzeptieren ist. Allerdings sollten Sie die Tiere nie unbeaufsichtigt miteinander frei in der Wohnung lassen.
Kleinere Nager stellen grundsätzlich für die meisten Hunde einen großen Reiz dar. Gehen Sie also keine Risiken ein.


Gewöhnung an Tiere im Garten

Wenn Sie mit dem angeleinten Hund in den Garten gehen, gehen Sie am Auslauf oder Gehege des/der im Garten lebenden Tieres/der Tiere vorbei, weisen Sie ihn aber nicht speziell auf die Tiere hin. Je beiläufiger dies geschieht, um so besser ist es.
Wenn er gegen den Zaun springen will, hindern Sie ihn mit einem energischen "Nein!" daran. Speziell Kaninchen in Gartenausläufen neigen dazu, sehr hektisch die Flucht zu ergreifen, was schon den Welpen zum Jagen geradezu herausfordert. Sie werden also hier viel Überzeugungsarbeit leisten müssen und immer wieder mit dem Hund am Gehege vorbeiwandern. Lassen Sie ihn auf keinen Fall unangeleint und ohne Aufsicht mit solchen Kleintieren im Garten - Kaninchen z.B. können durch die Hetze am Zaun an Herzschlag oder Kreislaufversagen sterben.
Im Garten ist der "Burgfriede" erfahrungsgemäß schwerer durchzusetzen und einzuhalten als im Haus, seien Sie also vorsichtig.


Menschenmengen

Dazu gehört z.B. die Gewöhnung an Fußgängerzonen, einen Bahnhof, einen Marktplatz etc.
Nehmen Sie einfach Ihren kleinen Hund an die Leine, gehen Sie z.B. in eine Fußgängerzone und setzen Sie sich hin. Geben Sie Ihrem Hund die Gelegenheit, sich alles anzuschauen, während Ihre Nähe ihm Sicherheit gibt. Achten Sie darauf, daß ihm niemand auf die Füße oder auf den Schwanz tritt, aber lassen Sie ihn ansonsten einfach positive Eindrücke sammeln. Sollte das Gedränge doch zu arg werden, nehmen Sie ihn auf den Arm.
Es wird gar nicht so lange dauern, bis Ihr Hund die vielen fremden Menschen akzeptiert und schließlich ignoriert, sozusagen "abschaltet".
Auch dies üben Sie etwa einmal in der Woche.
Ein so aufregendes Ereignis wie eine Kirmes oder ein Volksfest sollten Sie Ihrem Hund nicht zumuten bzw. nur dann, wenn er so klein ist, daß Sie ihn noch auf dem Arm tragen können.


Begegnungen mit Joggern und Radfahrern

Viele Hunde verspüren einen unwiderstehlichen Drang, Joggern und Radfahrern hinterherzurennen, reizen diese doch durch ihr schnelles Vorbeilaufen oder -fahren den natürlichen Verfolgungsinstinkt, der in den meisten Hunden noch schlummert.
Weil das aber sehr unangenehme Folgen haben kann, sollten Sie Ihren Welpen so früh und so oft wie möglich mit derartigen Situationen konfrontieren und jeden Verfolgsversuch sofort und energisch unterbinden.
Jogger und Radfahrer sind immer und unter allen Umständen tabu, das muß schon Ihrem Welpen in Fleisch und Blut übergehen.
Auch das Anbellen wird mit einem energischen "Nein!" verboten.
Ausnahmen gibt es von dieser Regel nicht, und auch befreundete Jogger sollten mit dem Hund nicht "Fangen" spielen, weil man sich ja kennt.


Verschiedene Böden, Treppen, Aufzüge und Brücken

Für Sie mag das selbstverständlich sein, aber für Ihren Welpen ist nicht Fußboden gleich Fußboden. Mit glatten Fliesenböden z.B. tun sich viele Hunde anfangs schwer, und wer schon einmal mit einem ausgewachsenen irischen Wolfshund von knapp 90 cm Schulterhöhe in einem engen Marmortreppenhaus gestanden hat, wo sich der Hund weder hinauf noch hinunter traute, der weiß, wovon hier die Rede ist.
Üben Sie mit Ihrem Welpen das Gehen über alle Böden, die Sie finden können. Gehen Sie mit ihm, wenn er etwas älter ist, über alle möglichen Treppen. Überqueren Sie Brücken, vor allem solche, von denen aus das Wasser zu sehen ist, und auch, sofern erreichbar, einen Fußgängerbrücke über eine stark befahrene Straße.
Wirklich schwierig sind Gitterroste, weil sie speziell für kleinere Hundepfoten unangenehm zu begehen sind. Übung macht aber auch hier den Meister. Stellen Sie dabei sicher, daß Ihr Hund sich nicht wehtut und keine schlechten Erfahrungen macht.
Aufzüge, z.B. im Parkhaus, sollten Sie ebenfalls in Ihr Übungsrepertoire einbauen, und zwar möglichst auch solche mit Glaswänden.
Nichts ist schlimmer als ein Hund, der in einer solchen Situation plötzlich alle Viere in den Boden stemmt und nicht mehr zum Weitergehen zu bewegen ist, vor allem, wenn er unhandlich groß ist.
Üben Sie also all diese Situationen ein, bis Ihr Hund sie als selbstverständlich und normal hinnimmt, ebenso wie alle anderen Übungen zur Sozialisation.


Restaurantbesuche

Auch das sollten Sie mit Ihrem Hund üben. Dafür ist es am besten, wenn Ihr Welpe ein wenig müder ist und auf jeden Fall gerade sein Geschäft verrichtet hat. Gehen Sie in eine Gaststätte, dirigieren Sie den Hund unter den Tisch und halten Sie ihn dort, indem Sie einen Fuß auf die Leine setzen. Wenn er nun jammert, ignorieren Sie das. Es ist vielleicht eine gute Idee, nicht gleich mit einem edlen Restaurant zu beginnen, sondern lieber mit einer Gartenkneipe.
Wenn Ihr Hund ruhig ist, loben Sie ihn, aber machen Sie nicht zuviel Theater. Er soll einfach unter dem Tisch liegen und warten, bis Sie fertig sind.
Halten Sie am Anfang diese Besuche kurz, üben Sie mehrmals und dehnen Sie die Dauer langsam aus.


Straßenverkehr

Selbstverständlich sollten Sie mit Ihrem Hund auch durch dichten Straßen- und Stadtverkehr gehen können, ohne daß dieser sich aufregt. Beginnen Sie also mit kleinen Gängen durch Ihr Wohngebiet, aber gehen Sie immer wieder auch an belebten, größeren Straßen entlang. Auch Schnellstraßen sollten Sie in Ihre Übungen einbeziehen.
Baustellen in Ihrer Nähe können Sie ausnutzen, um Ihren Hund an lärmende, große Maschinen, schwere LKWs etc. zu gewöhnen. Achten Sie darauf, daß in solchen Situationen das Halsband immer sicher und richtig verschnallt ist: Manche Hunde reagieren mit einem großen Satz zur Seite, wenn ein sehr lautes Gefährt plötzlich an ihnen vorbeidonnert.
Das Gewöhnen an den Straßenverkehr ist wichtig und sollte durchaus etwa 3mal in der Woche geübt werden, jedoch nicht länger als jeweils ca. 10 Minuten.


Hund und Autofahren

Ganz wichtig für Ihren Hund ist sicherlich die Gewöhnung ans Autofahren.
Wenn Sie unsere Ratschläge für das Abholen beachtet haben, ist seine erste Autofahrt sicherlich bereits positiv verlaufen. Diese positiven Eindrücke können Sie festigen, wenn Sie täglich kurze Strecken mit dem Welpen im Auto fahren. Wenn dann am Ende ein kleiner Spaziergang steht, z.B. der Übungsspaziergang in unbekanntem Gelände, dann wird Ihr Hund das Auto auf jeden Fall mit etwas Gutem verbinden und sich bald schon darauf freuen.
Mit der Zeit können Sie Ihren Hund dann zu etwas längeren Fahrten mitnehmen.
Ganz wichtig: Niemals sollten Sie den Hund im geschlossenen Wagen in der Sonne lassen! Das Auto wird sein zweites Zuhause.


Sicherheit im Auto
Hunde ungesichert z.B. auf dem Rücksitz oder gar - wie man es leider häufig sieht - auf der Gepäckablage eines PKWs zu transportieren ist unverantwortlich. Im Falle einer Vollbremsung oder gar eines Aufpralls wird der Hund wie ein Geschoß durch die Windschutzscheibe katapultiert. Und wer weiß, daß schon 30 kg bei einem Aufprall mit ca. 50 km/h so schwer wirken wie ein Elefant, der kann sich leicht vorstellen, welche Wirkung auch ein kleiner Hund in einem solchen Fall haben kann.
Handelsübliche Sicherheitsgitter bieten aufgrund von Tests auch keinen wirklich sicheren Schutz, ebensowenig wie die meisten speziellen Sicherheitsgurte für Hunde. Die Empfehlung, den Hund im Fußraum des Beifahrersitzes zu transportieren, kann man nur für nicht allzu große Hunde umsetzen und auch dann nur, wenn diese den Fahrer auf keinen Fall beeinträchtigen, indem sie z.B. versuchen, während der Fahrt auf den Sitz zu steigen.
Eine sicherere Möglichkeit ist der Transport in einer entsprechenden Transportbox (die Sie vielleicht sowieso schon gekauft haben) hinten im Kombi.


Bus- und Zugfahren

Das Busfahren mit einem Welpen ist relativ einfach: Sie nehmen den Hund auf den Arm und steigen ein. Er wird sich mit Ihnen sicher fühlen und mit dem Bus nichts Negatives verbinden.
Wenn er schon etwas älter ist, kann der junge Hund an der Leine alleine ein- und aussteigen.
Zum Zugfahren gewöhnen Sie Ihren Hund zuerst einmal an den Bahnhofsbetrieb, indem Sie sich an den Bahnsteig setzen und so lange warten, bis der Welpe die ein- und ausfahrenden Züge nicht mehr so aufregend findet. Wenn er sich soweit gewöhnt hat, fahren Sie ein paar Stationen mit ihm.
Diese Übungen müssen Sie nur ein-, zweimal monatlich machen.
Wichtig ist immer, daß Sie dafür sorgen, daß der Hund keine negativen Eindrücke bekommt.


Gewöhnung an Wasser

Die Gewöhnung des Welpen an Wasser ist nicht unbedingt erforderlich für eine gute Sozialisation, aber wenn Sie mit Ihrem Hund über Stock und Stein wandern wollen oder selbst gern einmal in einer Talsperre baden oder im Meer, dann ist es schön, wenn der Hund nicht beim Anblick einer Pfütze die Flucht ergreift.
Nehmen Sie also Ihren Welpen an die Leine und gehen Sie zu einem flachen Gewässer. Sprechen Sie aufmunternd mit dem Hündchen, während Sie es ein wenig, nur mit den Vorderbeinen ins Wasser locken.
Es gibt natürlich Rassen, die werden Sie eher bremsen müssen, darunter alle Apportierhunde, aber andere tun sich schon mit den Vorderpfoten schwer. Nehmen Sie ein beliebtes Spielzeug mit, das Sie ins Wasser legen können.
Zwingen Sie Ihren Hund auf keinen Fall ins Wasser, auch wenn das kräftemäßig für Sie kein Problem wäre - damit wäre sein Verhältnis zum Wasser wahrscheinlich für alle Zeiten gestört. Geduld und Locken sind die Devise.
Gehen Sie vor, locken Sie Ihr Hündchen zu sich .
Loben Sie Ihren Hund überschwänglich, sobald er einen Fuß ins Wasser setzt, und machen Sie nach diesem System von Locken und Loben weiter. Wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, und Sie haben einen Hund, der sie problemlos bei kleineren und größeren Bachüberquerungen begleitet und - übrigens - auch das Baden nicht ganz so schrecklich findet wie einer, der völlig wasserscheu ist.



Sozialisation


Kontakt