Deine Lebensreise ist beendet



Es sind deine Augen

Scooby ist ein diplomierter Schmuse- und Wachhund.

Es sind deine Augen, die aus der Ferne schaun,
so voller Vertraun, mitten ins Herz -
in ihnen liegt ein stummer Schmerz.
Es sind deine Augen, durch die Licht fällt
auf die Verlorenen und Vergessenen dieser Welt.
Es sind deine Augen, die meine öffnen - seh nun klar,
wo vorher nur Dunkel des Verdrängens war -
höchste Zeit für eine neue Wirklichkeit!
Dein Blick wird leer und ich weiß, du kannst nicht mehr.
Es sind deine Augen, die mich meiner heilen Welt berauben
- wache auf, nehm´ dein Leiden nicht länger in Kauf -
halt durch, halt aus, ich hol dich da raus!
Du hast dich noch einmal aufgerafft
und den Sprung zurück ins Leben geschafft.
Es sind deine Augen, sie machen mich stark, kann wieder glauben,
kann wieder lachen und Unmögliches möglich machen.
Für tausend Augen - stummes Flehen, werd ich nicht ruh´n
und alles tun, die Mauern der Ignoranz überwinden
und den Weg in die Herzen der Menschen finden.
Es sind deine Augen, die mir Trost und inneren Frieden geben
- und meinen Platz im Leben.
Und es sind meine Augen, die sagen: mein Freund, ich brauche dich!


Scooby unser neuer Rentner

Unser Münsterländer



Hund oder Frau

Jüngling in den reifen Jahren,
willst du nehmen eine Frau,
denke stets an die Gefahren,
überleg‘ es dir genau.

Hüte dich vor Liebesgaben,
hüte dich vor schwacher Stund‘,
willst du lieben ohne Plagen,
kauf dir lieber einen Hund!

So ein Hund gehört dir immer,
weil er dich als Herrn erkennt,
bei einer Frau geschieht das nimmer,
denn Gehorsam ist ihr fremd.

Mitgift hat er freilich keine,
aber eines weißt du ganz genau,
so ein Hund wird immer treu sein –
weißt du das von deiner Frau?

So ein Hund weint nie ‘ne Träne,
niemals braucht er Aspirin,
abends hat er nie Migräne
und braucht nie was anzuzieh‘n.

Willst du mal ‘ne Reise machen,
kannst du ruhig den Wau Wau
einem Freund in Pflege geben –
versuch das mal mit deiner Frau!

Gehst du mit ihr auf die Straße,
bleibt sie plötzlich stille steh’n:
„Lieber Mann, mich drückt die Blase,
halt die Tasche, ich muss gehen.“

Deinem Hund genügt ein Bäumchen,
denn er nimmt‘s nicht so genau,
er hebt einfach hoch das Beinchen –
verlang das mal von deiner Frau!

Vor den Läden steh‘n die Frauen,
neue Kleider sind ihr Ziel,
können gar nicht satt sich schauen,
haben Hüte nie zu viel.

Einen Hund, den brauchst du nimmer
auszuschmücken wie ‘nen Pfau,
denn er läuft ja nackend immer –
verlang das mal von deiner Frau!

Willst du wie in früheren Tagen,
abends in die Kneipe geh‘n,
musst die erst dein Frauchen fragen,
bitte, bitte, musst du fleh‘n.

Bei den Hunden ist das anders,
denn die Sitten sind hier rauh,
diese werden eingeschlossen –
versuch das mal mit deiner Frau!

Und kommst du mal spät nach Hause,
willst zu ihr ins Bettchen geh’n,
wird sie toben ohne Pause:
„Geh, ich will dich nicht mehr seh’n!“

Doch wie anders ist so’n Hündchen,
macht es mal zu laut wau wau,
kriegt es eines auf die Schnauze –
mach das mal mit deiner Frau!

Drum ihr Männer, lasst euch sagen,
lasst die Hände von der Frau,
denn in ihren alten Tagen,
wird sie hässlich, alt und grau.

Wird dein Hund dir mal zuwider,
dann verkaufst du den Wau Wau
und kaufst dir ‘nen neuen wieder –
verkauf mal so ‘ne alte Frau!


Herzlich willkommen

Seit dem 26.11.2004 haben wir ein neues Rudelmitglied.
Ich mußte Scooby zu uns hören, weil ich das Gefühl hatte, Scooby leidet. Eigentlich wollte ich keinen zweiten Hund mehr, aber bei Scooby habe ich noch einmal die Ausnahme gemacht, damit er seine letzten Jahre (?) noch in Ruhe verbringen kann. Man kann nicht über den eigenen Schatten springen, wenn Tiere um Hilfe rufen.


DEIN HUND

Wenn alle dich meiden und hassen,
ob mit oder ohne Geduld,
wird einer dich niemals verlassen,
und das ist dein treuer Hund.

Und würdest du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand,
er würde es geduldig ertragen,
und leckt dir dafür noch die Hand.

Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für dich immer parat!
Er beweist es dir täglich aufs neue,
wie unsagbar gern er dich hat.

Nennst du deinen Hund dein eigen,
wirst du nie verlassen sein,
und solltest du vor Einsamkeit schweigen,
dann bist du doch niemals allein.

Wird eins dir der Tod erscheinen,
und schlägt dir die letzte Stund,
wird einer bestimmt um dich weinen,
und das ist dann dein treuer Hund.

Drum schäm dich nicht deiner Tränen,
wenn einmal dein Hund von dir geht!
Nur er ist,das will ich erwähnen,
ein Wesen das stehts zu dir steht !


Herzlich Willkommen Emmi

Ein selbstloser Freund



Der einzige selbstlose Freund, den der Mensch in dieser selbstsüchtigen Welt haben kann, ist der eine Freund, der ihn nie verlässt und sich ihm gegenüber nie undankbar oder treulos erweist, ist sein Hund.

Eines Menschen Hund steht in Wohlstand und Armut an seiner Seite, in gesunden und in kranken Tagen.

Er wird auf kalter Erde schlafen, im eisigen Wind und Schnee des Winters, nur um an der Seite seines Herrn und Meisters zu sein.

Er wird die Hand küssen, die ihm Nahrung anbieten kann; er wird die Wunden und Schrammen lecken, die die raue Welt schlägt.

Er behütet den Schlaf seines armen Herrn, als wäre dieser ein Fürst.

Und wenn alle Freunde ihn verlassen: Er bleibt zurück.

Und wenn der Reichtum vergeht, der Ruf zu Schande wird, seine Liebe bleibt beständig, wie die Sonne auf ihrer Reise über das Himmelszelt.


Musste das sein?

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattest, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".
Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du dass Du Deine Meinung geändert hättest dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um Aufmerksamkeit Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen, denn als du in Not warst, war ich für Dich da, wir teilten unser karges Brot miteinander und waren froh, das wir uns hatten und sagten immer, morgen wird es besser, ja für Dich, mich hast du abgeschoben, erst wurde ich aus dem Rudel verdrängt, dann aus deinem Sinn. Ich mußte zwar nicht das Schicksal von den Artgenossen oben erleben, aber als ich in Not war, sahst du meine flehenden Blicke nicht und hast mich schon vergessen.
Ich bin gut untergekommen, mein jetziges Frauchen hat mich schon immer geliebt und sie gibt mir alle ihre Liebe, wie sie all ihre Liebe ihre Hündin oder ihre verstorbenen Hunde gegeben hat, aber das du mich in meiner Not so alleine gelassen hast und mich abegeschoben hast, werde ich dir nie verzeihen. Nicht einmal verabschiedet hast du dich von mir, du bist einfach gegangen!
Mensch, wie konntest du.

Ich bin jetzt wieder glücklich, ich bin nicht ausgestossen aus dem Rudel, ich kann überall hin und ich verstehe mich hier mit das Menschenkind prima. Vielleicht hättest du doch auf den Hundelehrer hören sollen, dann wären wir vielleicht noch zusammen. Es war nämlich der schlechteste Rat, mich an eueren Leben nicht teilhaben zu lassen und mich nur für eine Stunde rausholen, wenn das Menschenkind schläft, ich hatte wirklich mehr verdient, nachdem wir die letzte Scheibe Brot geteilt hatten und ich immer treu zu Seite stand. Wer wird jetzt dir treu zu Seite stehen?

Mensch wie konntest du nur?

Ich wollte dich nur glücklich machen, was habe ich getan, dass du mich nicht mehr haben wolltest?

Mensch wie konntest du nur?

Ich bin ich dir zu alt geworden, denn meine Blase kann ich nicht mehr so kontrollieren?

Mensch wie konntest du nur?

Denk daran auch du wirst alt und ich hoffe du wirst nicht sagen müssen:

Mensch wie konntest du nur?


An mein neues Frauchen

Dinge, die sich ein Hund unbedingt merken sollte
• Ich werde mit Herrchens Unterhose kein Tauziehen veranstalten, während er auf der Toilette sitzt.
• Die Müllabfuhr stiehlt nicht unser Zeugs!
• Ich darf nicht plötzlich aufstehen, wenn ich unter dem Couchtisch liege.
• Ich kullere mein Spielzeug nicht hinter die Waschmaschine.
• Ich muß den Regen aus meinen Fell schütteln, BEVOR ich das Haus betrete.
• Ich werde kein Katzenfutter fressen, weder bevor, noch nachdem sie es gefressen haben.
• Ich werde damit aufhören, den letzten Fleck sauberen Teppichs im Haus zu suchen, wenn ich mich übergeben muß.
• Ich übergebe mich nie im Auto!
• Ich rolle mich nicht in toten Vögeln, Mäusen oder sonstigen Hinterlassenschaften.
• Der Windeleimer ist keine Keksdose.
• Ich wecke Frauchen nicht mehr dadurch auf, indem ich meine kalte Nase an ihr Hinterteil stecke.
• Ich kaue nicht mehr an den Zahnbürsten meiner Herrschaften, ohne es ihnen zu sagen.
• Mein Kopf gehört nicht in den Kühlschrank und auch nicht in den Mülleimer
• Ich beiße dem Polizisten nicht in die Hand, wenn er unsere Fahrzeugpapiere kontrolliert.
• Ich lecke nicht mehr an Mal- und Filzstiften, besonders an den roten.
• Wenn ich Auto fahre, bestehe ich nicht mehr darauf, daß das Fenster geöffnet bleibt. Insbesondere nicht bei Regen.
• Ich stehle nicht mehr die Unterwäsche meines Frauchens und tanze damit auf dem Hof herum.
• Das Sofa ist kein Handtuch, das gleiche gilt für Frauchens und Herrchens Schoß

Unser Münsterländer

Hunde - A B C

Leider werden wir Vierbeiner oft mißverstanden, weil wir halt kein "menschisch" können. Aber reden können wir trotzdem. Wir sprechen mit dem Körper. Jede Bewegung und Haltung hat eine andere Bedeutung.
Deshalb möchte ich Euch ein bißchen was davon übersetzen.

Wenn ich knurre, ist das eine Warnung. ""Bleibe mir vom Pelz!" soll das bedeuten.

Häufig wird das auch noch durch das Anlegen der Ohren unterstützt. Dann ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Das bedeutet nämlich "Keinen Schritt weiter, sonst greife ich an."

Wenn wir bellen, dann bedeutet das nicht immer, daß wir jemanden erschrecken wollen. Ganz im Gegenteil. Bei uns heißt das in der Familie: "Hallo, schön daß Du wieder da bist!".
Nur wenn Fremde kommen, dann bedeutet es: "Hey Du, das ist unser Revier, und ich passe darauf auf, KLAR?"

Am meisten missverstanden wird, wenn wir unsere Herrchen am Hals und im Gesicht lecken. Das ist doch eine instinktive Geste, mit der wir Herrchen nur zeigen wollen: "Du bist mein Chef und sorgst für meine Nahrung." Denn unter Wölfen lecken die Jungen bei den Erwachsenen Tieren die Schnauze, damit diese das mitgebrachte Fleisch hochwürgen. Die meisten Herrchen möchten das aber wohl nicht.

Manchmal legen wir den Kopf schief. Dann haben wir etwas noch nicht so ganz verstanden, oder etwas hat uns neugierig gemacht.

Wenn wir aufmerksam sind, beobachten wir Euch ganz genau und die Ohren sind aufgerichtet. Meistens wedeln wir dabei auch noch mit der Rute. Das ist ein Ausdruck von Freude. Wenn Ihr uns nämlich etwas beibringen wollt, dann ist das für uns auch ein Spiel. Ihr beschäftigt Euch mit uns, und darüber freuen wir uns.

Wenn Ihr lernen wollt, wie wir Hunde uns unterhalten, dann beobachtet uns doch einfach einmal, wenn wir miteinander spielen. Ihr werdet feststellen, so schwer ist das nicht.

Warum hast du meine Sprache nicht verstanden?
euer Wuffi


Die guten Vorsätze eines Hundes zu Neujahr

Ich werde nicht mehr aus dem offenen Autofenster springen, um in das nächste Restaurant zu laufen - egal wie gut es riecht.
Die Computermouse ist für den Computer - ich werde nicht mehr damit spielen.
Ich verspreche, mit der Teppichboden-Zerstückelung aufzuhören, wenn ich kurz vor dem Erbrechen bin.
Ich werde mich nicht mehr in toten Kadavern wälzen.
Ich werde den Kot anderer Tiere nicht mehr fressen.
Ich werde nicht mehr versuchen, meinen Menschen zu küssen, wenn ich vorher Kot anderer Tiere gefressen habe.
Ich werde mein Erbrochenes nicht mehr fressen.
Katzenstreu sind keine Leckerlis!
Ich werde keine Socken mehr fressen - falls doch, lege ich sie wieder zurück.
Ich werde die Zahnbürste meines Menschen nicht mehr fressen.
Wenn ich im Auto bin, werde ich bei Regen nicht mehr auf mein offenes Fenster bestehen.
Wir haben keine Klingel. Ich werde also nicht mehr bellen, wenn ich eine im Fernsehen höre.
Ich werde nicht mehr vollgesabberten Tennisbälle in den Unterhosen derer, die auf der Toilette sitzen, deponieren.
Ich werde meinen Kopf nicht mehr unter den größeren Hunden verstecken, wenn dieser gerade pinkelt.
Ich werde keine Unterwäsche mehr von meinem Frauchen stehlen, um damit im Garten zu spielen.
Das Sofa ist keine Serviette, auch der Schoß meines Menschen ist keine Serviette.
Mein Kopf gehört nicht in den Kühlschrank.
Ich werde keinem Polizisten mehr in die Hand beißen, wenn er seine Hand durch das Autofenster steckt, um die Fahrzeugpapiere meines Menschen zu kontrollieren.
Ich brauche nicht plötzlich aufzustehen, wenn ich unter einem Tisch liege.
Ich werde meine Spielsachen nicht mehr mit Absicht hinter den Kühlschrank rollen.
Die Müllabfuhr darf die Tonnen mitnehmen, um sie zu entleeren - sie stehlen sie nicht.
Nach dem Spaziergang im Regen werde ich nicht mehr warten bis ich in der Wohnung bin, um mich zu schütteln.


Dein treuer Hund

Wenn alle dich meiden und hassen ob mit oder ohne Grund,wird einer Dich niemals verlassen,und das ist Dein treuer Hund. Und würdest Du ihn sogar schlagen,ganz herzlos und ohne Verstand,er wird es geduldig ertragen und leckt Dir dafür noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für dich immer parat! Er beweist Dir täglich aufs Neue wie unsagbar gern er Dich hat.Nennst Du einen Hund Dein eigen,wirst du nie verlassen sein und solltest von Einsamkeit schweigen,denn Du bist doch niemals allein.
Wird einst der Tod Dir erscheinen und schlägt dir die letzte Stund,wird einer bestimmt um Dich weinen und das ist DEIN treuer Hund.Drum schäme Dich nicht Deiner Tränen,wenn einmal Dein Hund von dir geht! Nur er ist,das will ich erwähnen ein Wesen,das stehts zu dir steht!!!!!

Mein Leben dauert zehn oder zwölf Jahre. Jede Trennung von Dir wird für MICH Leiden bedeuten. Bedenke es ,ehe Du mich anschaffst! Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst! Pflanze Vertrauen in mich-ich lebe davon! Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast Arbeit,dein Vergnügen,deine Freunde,ICH HABE NUR DICH! Sprich manchmal mit mir!Wenn ich auch Deine Worte nicht versteh,so doch Deine Stimme,die sich an mich wendet. WISSE: Wie immer an mir gehandelt wird-ICH vergesse NIE. Bedenke eh Du mich schlägst,das mein Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen Deiner Hand zu zerquetschen vermögen-ICH aber kein Gebrauch davon mache!Kümmere dich um mich,wenn ICH alt werde-auch DU wirst es !!


Mein kleiner, großer Scooby

(Alb-)Traum eines Hundelebens

„Lucky” lebte wie Millionen anderer Vierbeiner in einer Familie. Genauer gesagt, früher - als er noch ein Welpe war - da war es noch eine richtige Familie - so mit Mama, Papa und mit Tim, seinem besten Freund. Sein Freund ist Tim auch heute noch! Wenn er doch bloß wieder mehr Zeit für ihn hätte. Denn seit Mama und Tim alleine leben, ist nichts mehr so wie es mal war. Mama geht schon morgens aus dem Haus, um Geld zu verdienen, wie sie sagt, damit Tim und er auch immer etwas zu futtern haben. Tim, ja der geht morgens auch früh weg. In die Schule. Er muß eine Menge lernen, damit er später auch einmal viel Geld verdienen kann. Nachmittags muß er seine Hausaufgaben machen, danach die Wohnung aufräumen und einkaufen. Abends geht er dann zum Fußballspielen oder zu seinen Freunden. Da bleibt für „Lucky” kaum Zeit. Einmal war Tim krank. Er war so krank, daß Mama ihn in ein Haus brachte, wo ganz viele Kranke waren. Mama weinte und war ganz durcheinander. Lucky ging zu ihr und leckte ihr die Hand. Aber Mama schien es gar nicht zu bemerken. Sie murmelte vor sich hin: ”Wenn Tim morgen operiert wird, dann bringe ich ihm noch heute das Plüschschweinchen vorbei, welches ich gestern im Kaufhaus gesehen habe. Es soll sein Glückschweinchen sein und ihm im Leben als Talisman viel Glück bringen”. Lucky verstand von alledem nichts und ging traurig in sein Körbchen, weil Mama - ohne eines Blickes ihn zu würdigen - fortging, um das Schweinchen zu kaufen.

II.
So vergingen die Tage und „Lucky” war nun noch mehr allein. Ab und zu ging er mal in den Garten, um zu sehen, was so auf der Straße los war. Seine Hundefreunde kamen mit ihren Herrchen und Frauchen vorbei auf dem Weg zum Park, wo sie früher alle gemeinsam stundenlang gespielt hatten. Ach wie gerne wäre er mit ihnen gegangen! Und so schaute er sehnsüchtig hinter den anderen her und kratzte aus Langeweile Löcher in den Boden. Das eine Loch, ganz nah am Zaun war bald so groß, daß er schon ganz leicht den Kopf unter den Latten durchstecken konnte. Von hier aus konnte er ohne Mühe die Straße entlang bis zum Park schauen, wo er auf der Wiese seine Freunde toben sah. Und dann, oh welches Glück kam Tim - sein Freund Tim - endllich wieder nach Hause. Wie hatte „Lucky” sich auf diesen Moment gefreut. Tim sah auch wieder ganz gesund aus und unterm Arm trug er sein Glückschwein. Doch schon sehr bald bemerkte „Lucky”, daß Tim ihn gar nicht mehr beachtete. Stundenlang saß Tim am Fenster, lächelte vor sich hin während er hinausschaute und streichelte dabei sein Glückschein, welches er immer mit sich herum trug. „Lucky” war verzweifelt, denn auch Mama kümmerte sich nicht mehr um ihn, sondern nur noch um Tim. Manchmal vergaß sie sogar, sein Futter hinzustellen. So überlegte „Lucky”, wie er es wohl anstellen könnte, daß alles wieder so würde wie früher, wo alle ihn lieb hatten, mit ihm spielten und schmusten. .....Und dann, dann hatte er die Idee! Tim war doch glücklich, wenn er stundenlang zum Fenster hinaus schaute weil er dabei lächelte. Denn wer lächelt der freut sich und wer sich freut, der ist auch glücklich. Das wußte er ganz genau, denn wenn er früher zwischen seinen Menschen über die Wiese tobte und dabei vor lauter Übermut mit allen Vieren gleichzeitig hin und her hopste, dann lachten sie alle und waren glücklich.......und er war auch glücklich, weil seine Familie es war! Ganz einfach wäre das Problem zu lösen, dachte „Lucky”, wenn er doch auch ein Glückschwein wäre, dann würde Tim ihn in den Arm nehmen und streicheln. Er wäre bei seinem Freund und sie wären glücklich! Beide!

III.
Da fiel ihm ein, daß Mama im Schrank so einen alten rosé-farbenen Pullover mit Kapuze hatte. Am nächsten Tag, als Mama gerade zum Einkaufen gegangen war und Tim wieder einmal lächelnd zum Fenster hinausschaute, schlich er sich in Mama´s Schlafzimmer. Zum Glück war die Schranktür nur angelehnt, so daß es ein Leichtes für ihn war, sie aufzudrücken. Nach kurzem Suchen fand er den Pullover. Er lag zusammengefaltet ganz unten im Schrank. So konnte „Lucky” ihn mit spitzen Zähnen herauszuziehen. Dann legte er ihn glatt auf den Boden und kroch auf dem Bauch an ihn heran. Mit spitzer Schnauze hob er das Bündchen hoch und so schaffte er es schließlich nach ein paar vergeblichen Versuchen, sich in den rosé-farbenen Pullover hineinzurobben. Die Vorderpfoten steckte er rechts und links in die Ärmel und schüttelte sich einmal kräftig, damit die Kapuze auch über seinen Kopf fiel. So schaute er sich prüfend in Mama´s Spiegel an und gefiel sich schon ganz prima. Die Ärmel waren wohl ein wenig lang aber der Pullover reichte bis zur seinem Stummelschwanz und die Kapuze war so groß, daß er gerade noch mit seinen Augen drunter durch schauen konnte. Aber irgend etwas fehlte noch! ..... Ja richtig, eine schöne rosane Schweineschnauze würde ihm gut zu Gesicht stehen. Und da fiel es ihm auch schon ein, daß Mama gerade gestern erst so einen neuen schönen runden Schwamm gekauft hatte. Und der war? .....richtig! Rosa! In rasantem Tempo konnte der kleine Junge, wenn er denn gerade nicht lächelnd mit seinem Glückschwein auf dem Schoß aus dem Fenster geschaut hätte, eine rosane Gestalt durch den Flur ins Bad huschen sehen. „Lucky”schnappte sich den Schwamm und knabberte mit seinen Zähnen zwei Löcher hinein. Den Schwamm in der Schnauze huschte er wieder zurück in Mama´s Schlafzimmer, um sich nun im Spiegel zu betrachten. Perfekt dachte er, und war glücklich, denn er gefiel sich in seinem neuen Kostüm saumäßig gut.

IV.
Da Tim immer noch an seinem Platz saß und Mama auch noch nicht zu Hause war, dachte sich „Lucky”, er wolle die Zeit nutzen und einen kleinen Ausflug machen, um zu überprüfen, ob sein Kostüm tatsächlich so gut war, daß die Leute ihn für ein Glückschwein halten würden. So verschwand er ungesehen durch den Garten unter dem Zaun hindurch. Er wußte, wenn dieses Experiment klappte, dann würde er ab sofort als Glückschwein immer bei seinem Freund Tim sein können und gesteichelt werden. Bei diesem Gedanken spürte er in sich ein unendliches Gefühl des Glücks . Was er jedoch nicht wußte: Im ganzen Land war seit einigen Monaten in den Zeitungen, im Fernsehen und auch im Radio immer wieder die Rede von ein paar Rosahunden, die Menschen und auch Hunde gebissen, verletzt ja sogar getötet haben sollten. Dazu wurden im schönsten Rosa diese Hunde in überdimensionalen Fotos gezeigt. Die Bilder von gähnenden Hunden, bei denen man eindruckvoll Rachen und Zähne sehen konnten wie auch die Überschriften glichen sich landauf, landab. Es war die Rede von der rosanen Gefahr und daß die Menschen vor der dieser Rasse von Killerhunden geschützt werden müßten. Aber von all dem ahnte „Lucky” als ganz normaler Familienhund nichts, als er frohgemut in seinem Glückschwein-Kostüm auf die Straße trat. Er trottete zunächst ganz gemächlich in Richtung Park, um seine Freunde zu besuchen.

V.
Es waren auch tatsächlich einige da, die ihn zunächst recht mißtrauisch betrachteten. Da „Lucky” nach Schweineart zur Begrüßung in den höchsten Tönen quiekte, waren die anderen Vierbeiner äußerst verwirrt. Sie zogen sich etwas zurück und beratschlagten, was sie denn davon halten sollten. Einer meinte, das müsse wohl eine neue Schweinerasse sein: „Recht klein und mager mit Stummel- statt Ringelschwanz, aber die Farbe stimmt und quieken tut es auch! Vielleicht können wir mit ihm ein wenig spielen!” So rannten die Hundefreunde auf den neuen Spielgefährten zu, um ihn zum Spaß ein wenig vor sich herzutreiben. „Lucky”, der das Hundeknäuel auf sich zufliegen sah, erschrak ganz fürchterlich. Vor lauter Angst überrannt zu werden und beim Toben sein Kostüm zu verlieren, rannte er so schnell er konnte weg, denn er wollte sein Geheimnis ja schließlich nicht verraten. Er lief immer schneller und erleichtert konnte er nach einer Weile feststellen, daß seine Hundefreunde in dieser Geschwindigkeit nicht mithalten konnten und nicht mehr zu sehen waren.

VI.
Laut hechelnd saß er auf dem Bürgersteig und schaute sich um. In seiner Eile hatte er gar nicht bemerkt, daß er in Richtung Innenstadt gelaufen war und mit Schrecken stellte er fest, daß er er beim Rennen - weil er ja schließlich auch mal Luft holen mußte - seine schöne rosane Schwamm-Schweine-Schnauze verloren hatte. Auch hatte er völlig die Orientierung verloren. Hier in der Gegend war er in seinem ganzen Leben noch nicht gewesen. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig als irgendwie den Weg nach Hause zu finden. Vielleicht könnte er ja unterwegs mit einem hundefreundlichen Menschen in Kontakt treten. Wenn der die Telefon-Nummer an seinem Halsband sah, dann würde er bestimmt Zuhause anrufen und Mama würde ihn abholen. Und plötzlich sehnte er sich ganz doll nach seiner Familie und dem Körbchen mit seiner Decke. Auch fiel ihm ein, daß es heute abend noch etwas besonders Gutes zum Abend-Fresschen geben sollte. So kam es, daß „Lucky” in seinem Glückschwein-Kostüm den Weg durch die belebte Innenstandt nach Hause suchte. Sehr bald jedoch wunderte er sich über das eigenartige Verhalten der Menschen.

VII.
Alle die ihm entgegen kamen, hatten Schreck geweitete Augen, ruderten hektisch mit den Armen und rannten eiligst hinüber auf die andere Straßenseite oder um die nächste Häuserecke. Gerade kam eine Frau mit Kinderwagen genau auf ihn zu. Sie war mit ihrem Baby beschäftigt und hatte ihn wohl nicht bemerkt. Aus einem Fenster über ihr schrie eine hysterische Stimme: „Vorsicht! Schnell, schnell! Da kommt eine von diesen Bestien! Ein Rosahund! Die junge Frau wurde leichenblaß, rieß ihr Baby aus dem Wagen und verschwand mit einem Satz im nächsten Hausflur. „Lucky”, der vertrauenvoll und freundlich - mit seinem Stummelschwanz heftig wedelnd - auf die Frau zugelaufen war, erschrak ganz gewaltig, als die schwere Haustür mit einem „Rumms” ihm genau vor der Nase zugeknallt wurde. Ratlos stand er da und wußte gar nicht, was er davon halten sollte, hatte er doch nur die Frau mit dem süßen kleinen Baby begrüßen wollen. Während er noch so überlegte, wie er denn jetzt nach Hause kommen sollte - langsam bekam er Hunger - kamen von hinten ein paar Jugendliche, die von der anderen Straßenseite die Flucht der jungen Frau beobachtet hatten, langsam herüber. Die Gesichter der Jungs schauten nicht gerade freundlich aus, als „Lucky” sich zu ihnen umdrehte. Wenn nicht sein Hunger schon recht quälend gewesen wäre, hätte er um die drei Gestalten einen Bogen gemacht, aber so dachte er, vielleicht wissen sie, wie ich Nachhause komme oder haben wenigstens ein Würstchen für mich.

VIII.
So ging er zwar zögernd aber freundlich wedelnd auf die Gruppe zu und erschrak sich fast zu Tode, als ihn ganz unvermittelt ein Stein am Kopf traf. Für einen Moment wurde ihm ganz schwindelig und als er sich eine Sekunde später wieder aufgerappelt hatte, sah er die drei schon über sich. Ehe er noch klar denken konnte, erhielt er von einem Knüppel einen derartigen Schlag auf den Rücken, daß er unter dem Schmerz zusammenbrach. Die Jugendlichen schrien und grölten:”Diese Rosahund-Bestien müssen vernichtet werden. Das Volk muß vor diesen Killermaschinen geschützt werden. Die müssen endlich vernichtet werden!” Einer aus der Gruppe, der zufällig einen Benzinkanister bei sich trug, hatte die zündende Idee: „Hey Leute ist es nicht schon ganz schön dunkel geworden, sollten wir die Straße für die Leute die alle an den Fenstern stehen nicht ein bißchen besser erleuchten?” Mit diesen Worten öffnete er den Kanister. Ein wenig von der übel riechenden Flüssigkeit tropfte auf das Glückschwein-Kostüm von „Lucky”der immer noch auf dem Boden lag und vor Schmerzen wimmerte. Dieser ekelhafte Gestank ließ ihn seine letzte Kraft zusammennehmen. Mit einem Satz stand er wieder auf seinen Pfoten und trotz seiner Schmerzen, rannte er um sein Leben. Er rannte und rannte, als wollte er bis ans Ende der Welt. Lange Zeit traute er sich nicht, sich umzuschauen, weil er Angst hatte, die Jugendlichen seien noch hinter ihm. Die jedoch waren ihm gar nicht nachgelaufen sondern hatten nur gelacht und waren frohgelaunt und grölend wegen der geilen Abwechslung ihrer Wege gegangen. Doch so schnell er auch lief, der widerliche Gestank haftete an ihm. Ihn wurde er einfach nicht los, ebenso wie die Angst, die sich in seiner Hundeherzen breit machte.

IX.
Irgendwann, es war bereits ganz dunkel geworden, kam er an einem Spielplatz vorbei, der in Anbetracht der späten Tageszeit völlig leer war. E

war müde, sein Rücken tat ihm so weh, daß er kaum noch laufen konnte, und so beschloß er, sich unter dem Holzboden eines Klettergerüstes in den weichen Sand eine Mulde zu scharren und sich dort bis zum kommenden Morgen hinein zu legen. Trotz seines Hungers schlief er auch sofort ein. Am nächsten Morgen wurde er durch das schrille Geschrei eines etwas dreijährigen Mädchens jäh aus dem Schlaf gerissen. „Mama, Maaamaaa, schau mal ein gefährlicher Rosahund ohne Maulkorb!” „Lucky” verstand die Welt nicht mehr. Er konnte einfach nicht verstehen, warum die Leute sich so hysterisch benahmen, denn er wollte nur eines: Einen netten Menschen finden, der ihn zu seinem Freund Tim brachte. Aufgeschreckt durch das Gezeter der Kleinen und durch die schlechten Erfahrungen des Vortages beschloß „Lucky” sich vorsichtshalber ins nächste Gebüsch zurückzuziehen. Seine Schmerzen im Rücken waren über Nacht nicht weniger geworden und so humpelte er von dannen. In der Zwischenzeit hatte die Mutter ihr Kind in Sicherheit gebracht und per Handy die Polizei angerufen:”Sie müssen sofort kommen! Auf dem Spielplatz an der Hauptstraße läuft ein agressiver Rosahund herum. Als meine Tochter ihn fand, hat er sie gleich angegriffen. Ich konnte mein Kind gerade noch retten. Sie müssen die Bestie sofort erschießen, damit er nicht noch Kinder zerfleischen kann.”

X.
Ein paar Minuten später fuhren zwei Streifen- und zwei Mannschaftswagen vor. „Lucky” konnte aus seinem Versteck beobachten, wie ganz viele grün bekleidete Menschen aus den Autos ausstiegen. Die meisten von ihnen hielten längliche Gegenstände hoch, die vorne ein Loch hatten. Sie hatten sich im Halbkreis aufgestellt und kamen immer näher. Hinter dieser grünen Front hüpfte ein Mann mit einer Fotokamera ganz aufgeregt umher. „Lucky” kannte so etwas von den Sonntags-Ausflügen. Man hatte einen Reporter gerufen, der sich die einmalige Chance nicht entgehen lassen wollte, der Menschheit in Wort und Bild die Vernichtung eines gefährlichen Rosahundes - selbstverständlich medienwirksam auf gemacht - zum nächsten Frühstück zu servieren. Das würde die Auflagenstärke der Zeitung und auch sein Gehalt erheblich erhöhen. „Lucky” verstand das alles nicht. Ihm war trotz seines rosa Pullovers kalt und er wollte jetzt nur noch nach Hause. So raffte er sich auf und trat ganz langsam aus dem Gebüsch. Im gleichen Moment hörte man von weit hinten ein Raunen einer großen Menge Schaulustiger. „Da seht nur, die Bestie! Auf was wartet Ihr noch, erschießt sie doch endlich, bevor sie noch einen von uns anfallen kann!” Gleichzeitig rissen die „Grünen” die länglichen Gegenstände hoch und man hörte das ununterbrochene Surren des Motors der Fotokamera.

XI.
„Lucky „ war müde. Er war sooo müde und hatte plötzlich Angst vor den Menschen. Früher waren alle freundlich zu ihm. Was war bloß geschehen? Er war doch immer noch der gleiche! Er war doch immer noch „Lucky”! Er legte sich mitten auf den Weg. Die Schnauze auf den Boden. Er wußte nicht, was nun geschehen würde und wartete geduldig auf das, was da kommen sollte. Hoffentlich würde er bald nach Hause zu Mama und Tim können. Der Kreis der „Grünen” mit ihren komischen länglichen Gegenständen wurde immer enger. Doch „Lucky” blieb liegen. Weglaufen hatte keinen Zweck, das erkannte er ganz genau. Die grüne Mauer schien undruchdinglich. Schräg vor ihm jedoch teilte sie sich plötzlich und auf ihn zu kam ein junger Mann mit einer Stange, an deren Ende eine Schlaufe befestigt war. Der junge Mann hatte freundliche Augen und sprach mit ruhiger Stimme zu „Lucky”:”Komm mein Junge, jetzt bringe ich Dich erst mal weg hier. Du frierst und hast bestimmt auch Hunger. Deine Wunde am Kopf muß auch mal angeschaut werden. „Lucky” war glücklich, endlich wieder einen freundllichen Menschen gefunden zu haben und schaute dem jungen Mann vertrauensvoll entgegen. Er bewegte sich nicht, nur sein Stummelschwanz wedelte zaghaft. Man legte ihm die Schlinge um den Hals und zog sie an. Ohne Widerstand ging „Lucky” mit dem jungen Mann mit. Der führte ihn an der grünen Mauer vorbei zu einem Transporter. Die meisten der grünen Männer beobachteten diese Aktion mit haßerfüllten Augen. Nur bei ganz wenigen bemerkte „Lucky” ein unruhiges Flackern.

XII.
Der Hundefänger brachte ihn schließlich nach längerer Autofahrt in ein Industriegebiet und hielt vor einer großen Halle. Hier war er noch nie gewesen und er wußte auch nicht was er hier sollte. Daß das nicht der Weg nach Hause war, hatte „Lucky” bereits erkannt. Aber er vertraute dem jungen Mann, der würde ihm bestimmt bald helfen. Als er dann jedoch durch eine Art Schleuse die Halle betrat, verschlug es ihm den Atem: „Lucky” konnte nicht glauben, was er dort sah. In dem riesigen Raum waren auf dem Betonboden Reihen von Käfigen montiert worden.. Einer neben dem anderen!. Und in jedem dieser Käfige saß ein Rosahund. Wie gesagt, „Lucky” hatte von der Kampagne gegen Rosahunde bisher nichts mitbekommen. Aber beim Anblick dieser Menge, vor Aufregung laut bellender Rosahunde schaute er entsetzt an sich herunter. Er hatte immer noch Mamas alten rosé-farbenenen Pullover als Glückschwein-Kostüm an. Zwar war der nun schon etwas schmutzig und nach Benzin stank er auch, aber rosa ist nunmal rosa, mußt sich „Lucky” eingestehen. Mit Entsetzen erkannte er, daß er warscheinlich niemals mehr zu seiner Familie nach Hause kommen würde. Und in seiner Not fing er an zu jaulen. Er jaulte und jaulte all seine Not aus seiner Hunde-Seele hinaus. Alle Rosahunde waren plötzlich still und hörten ihm zu. Doch der junge Mann konnte „Lucky” leider nicht verstehen. Denn sonst hätte er „Lucky” schreien hören können:” Neeeeiiiiiin! Nein, ich bin gar kein Rosahund, ich wollte doch nur ein Glückschwein werden. Ich wollte nur wieder beachtet werden. Ich wollte nur wieder geliebt und gestreichelt werden! Woher wollt Ihr wissen, daß ich agressiv bin? Nur weil ich rein zufällig rosa bin? Schaut mir doch in die Augen, Ihr Menschen! Ich bin kein Rosahund! Ich bin doch der liebe „Lucky!” Doch sein herzzerreißende Jaulen nützte „Lucky” gar nichts. Der junge Mann schob ihn mit einem Tätscheln in einen freien Käfig. Danach schloß er die Tür mit den Worten:”Tut mir leid, mein Junge, ich kann Dir leider nicht helfen. Die Gesetze sind nun mal so! Die Politiker haben beschlossen, daß die Stadt von Rosahunden befreit wird.

XIII.
Nun saß „Lucky” da in seinem neuen Domizil. Er hatte sich an die Zwinger-Stäbe gequetscht und schaute in das gleißende Licht der künstichen Beleuchtung. Von hier aus konnte er weder das Blau des Himmels noch das Grün der Natur, das er so sehr liebte, sehen. In seinem neuen „Zuhause” gab es nur eine Holzpalette. Vergeblich suchte er eine weiche Decke, wie sie ihm Mama immer in sein Körbchen gelegt hatte. Auch ein Bällchen fand er nicht. Müde, verzweifelt und immer noch hungrig, denn für die morgendliche Fütterung war er zu spät eingeliefert worden, rollte er sich in einer Ecke seines Käfigs zusammen. Er wollte nur noch eines, ganz schnell einschlafen, um dem nagenden Gefühl von Hunger und Einsamkeit zu entfliehen. In seinem Traum sah er seinen Freund Tim auf ihn zulufen. Die Freude war riesengroß. Endlich, endlich wieder beisammen. Er sprang an dem Jungen hoch und der nahm ihn ganz fest in die Arme. Von hinten aus dem Nebel heraus tauchte dann auch Mama auf mit einem ganzen Teller duftender Würstchen. Nachdem er sich den Bauch damit vollgeschlagen hatte, hörte er von irgendwo her die vertraute Stimme von Papa: ”Na, „Lucky”, sollen wir jetzt im Garten mit dem Bällchen spielen?” „Lucky” drehte sich mehrmals um sich selbst, weil er nicht erkennen konnte, woher die Stimme kam. Er hatte „seinen” Papa schon so lange Zeit nicht mehr gesehen! Als er hörte:”Na komm doch mal her!”, vernahm er das Klappern einer Tür. Während er langsam wach wurde und in das künstliche Licht blinzelte, mußte „Lucky” jedoch erkennen, daß es sich hierbei nicht um die Terassentür handelte sondern um die Zwingertür seines Käfigs. Vor ihm stand der junge Mann und ein älterer mit einer Brille auf der Nase. Er wußte nicht, wer das ist, aber den Geruch kannte er von den jährlichen Impfterminen beim Tierarzt.

XIV.
Der Brillenmensch hatte ihn genau untersucht, auch das Halsband, auf dem sein Name u. die Telefon-Nr. standen. Für sein Fell hatte er sich ebenfalls interessiert. Er hatte seinen Körper abgetastet und dabei gestutzt. Dann hatte er den rosé-farbenen Wollstoff hochgehoben und darunter gefühlt. Er nahm sein Blatt zur Hand, schob seine Brille zurecht und zog die Stirn kraus. Lange beugte er sich so über die Seite, bis ein Ruck durch ihn hindurch ging und während er vor sich hin murmelte:” Sicher ist sicher....man weiß ja nie!”, notierte er: lfd. Nr. der Liste: 487 Chip-Nr. des Hundes: bei Aufnahme keine Name des Hundes: „Lucky” zu vermitteln als: Kat.1 geschätztes Geburtsjahr: ca. 1997 Rasse: Rosahund (?) Geschlecht: m Aufnahme Halle am: 20.08. Was „Lucky” nicht wußte: Dieser Ruck, der da durch den Brillenmenschen hindurch gegangen war, sollte sein ganzes weiteres Leben entscheiden.

XV.
Wortlos verließ der Bebrillte den Käfig und der junge Mann verriegelte die Tür hinter ihm. Er blickte „Lucky” freundlich an und sagte zu ihm:”Leider kann ich Dir nicht helfen, die Gesetze sind nun mal so. Aber Kopf hoch, mein Junge, es wird schon werden!” Dadurch schöpfte „Lucky” wieder ein wenig Hoffnung. „Wenn mein neuer Freund das sagt, wird es sicher stimmen”, dachte er. Warum sollte er ihn auch anlügen, wo er doch immer ein freundliches Wort für ihn hatte. So verging ein Tag nach dem anderen. Es war immer der gleiche Lärm durch das Gebell der unglücklichen Hunde. Es war immer das gleiche künstliche Licht. „Lucky” hatte im Laufe der vielen Wochen und Monate schon fast vergessen wie schön das Licht der Morgensonne sich in den Tautropfen der Gräser spiegelte. Er träumte oft davon, eines Tages wieder mit seiner Familie durch den Garten zu hüpfen und er wünschte sich nichts sehnlicher als bei ihnen und mit ihnen zusammen glücklich zu sein. Doch jedes Mal wachte er irgendwann wieder auf und war immer noch in dieser schrecklichen Halle.

XVI.
Inzwischen hatte man ihn auch einem Wesenstest unterzogen. Dazu wurde er von anderen Hunden und auch von Menschen bedroht. Er sollte an einem Kinderwagen mit schmutziger Windel vorbeigehen, aus dem ein von einem Gerät für Hundeohren völlig verzerrtes Babygeschrei kam. Man spannte einen Regenschirm in nächster Nähe vor ihm au und viele verwunderliche Dinge mehr.. Doch „Lucky” ließ alles gelassen über sich ergehen. Oftmals schien es so, als sei er schon gar nicht mehr hier. Obwohl er den Wesenstest bestens bestanden hatte, wurde er wieder in seinen Käfig in der Halle gesperrt. Was „Lucky” nicht wußte und was ihn hätte endgültig verzweifeln lassen. Er konnte nie wieder zu seiner Familie zurück. Man hatte „seine” Mama und seinen Freund Tim für unzuverlässig erklärt, weil sie nicht gut genug auf ihn aufgepasst hatten, da er „ausbrechen” konnte. So saß er wieder für eine lange Zeit in seiner Zelle und träumte sich so oft es eben ging in eine bessere Welt. Das jedoch gelang ihm immer seltener. Er konnte sich kaum noch an Mama und Tim erinnern. Er war mutlos, einsam.......

XVII.
Eines Tages wachte er auf. Irgend etwas war heute anders! Das Bellen der Rosahunde war aufgeregter als sonst! In der Luft lag eine seltsame Spannung. Der junge Mann und der Brillenmensch gingen langsam durch die Reihen und schauten sich die Hunde aufmerksam an. Zu jedem Hund wurde ein Buchstabe notiert. Entweder ein „V” oder ein „E”. Bei „Lucky” angekommen, sagte der Bebrillte: ”Tja, an sich sieht der ja noch ganz ordentlich aus! Keine Leckekzeme - und entzündete Augen hat er auch nicht!. Aber dieser Stummelschwanz! Coupierte Schwänze sind eben nicht mehr gefragt. Auch wenn der Hund den Wesenstest ohne Abstriche bestanden hat, aber die Leute halten Hunde mit abgeschnittenen Schwänzen für noch viel gefährlicher. Den kriegen wir nicht vermittelt!” Zu dem jungen Mann gewandt sagte er:”Notieren sie ein „E”!. Damit war die Begutachtung zu Ende und „Lucky´s” Leben auch. Am nächsten Tag wurde er mit mehreren anderen Hunde abgeholt. Als er auf dem Tisch lag und die Injektion in seiner Vene spürte, leckte er dem Bebrillten die Hand.......... ......während er sich mit Papa, Mama und seinem Freund Tim in dem feuchten Gras liegen sah, in dessen Tautropfen sich das Licht der Morgensonne spiegelte.


Scooby erholt sich von vielen aufpassen



Neues Rudelmitglied Scooby

Scooby ist auch schon 12 Jahre alt


Kontakt