Für viele Eltern ist das Bild ihres Sprösslings - gefesselt vorm Computer - noch immer eine Horrorvision. Dabei hat sich hier in den letzten Jahren viel geändert. Schon die kleinsten können mit der entsprechenden Lernsoftware viel Spaß haben und gleichzeitig einiges dazulernen.

Warum Computer Spaß machen

Entscheidend ist, wie Sie Ihr Kind an den Computer heranführen und was Sie gemeinsam am Computer tun. Es kommt auf die Inhalte an - ganz gleich über welches Medium sie transportiert werden. Kinder-Software und ab einem gewissen Alter auch das Internet können Kindern tolle Möglichkeiten zum Lernen und Spielen geben.
Die Multimedialität - also die Möglichkeit, Informationen auf verschiedene Weise dazustellen - spricht Kinder an. Mal sind es Standbilder, mal kleine Filmchen, dazu kommen Schriftzüge, gesprochene Texte, Geräusche oder Töne. Es fällt leichter, komplizierte Sachverhalte zu verstehen, wenn sie bildlich dargestellt werden. Ein weiterer Vorteil: Kinder-Software bietet Interaktivität. Das Kind kann bestimmen, wann es was lernen will. So kann es selbstbestimmt und frei entscheiden.
Und es kann seine eigene Geschwindigkeit festlegen. Die klassischen Medien Radio und Fernsehen spulen ihre Programme einfach ab. Sie stellen sich nicht auf das Tempo des Kindes ein. Nicht selten führt die Masse an Reizen zu Konzentrationsstörungen und Unruhe bei Kindern, die sich studenlang von der Glotze berieseln lassen. Gute Kinderspiel- und Lernsoftware arbeitet ohne Zeitdruck. Das Kind kann zwischendrinn träumen und mit seinen Computerhelden auf Abenteuerreisen gehen.


Computer schaffen Selbstvertrauen

Computer schimpfen nicht und niemand schaut einen an, wenn man etwas falsch macht. Man kann solange probieren, bis man es geschafft hat. Der Kinder- und Familienpsychologe Wolfgang Bergmann hat festgestellt, dass gerade Kinder mit Aufmerksamkeits- und Lernschwächen beim Spielen am Computer aufblühen. "Lernbehinderte Kinder brauchen weder Mitgefühl noch Schonung, denn das bestärkt die Kinder in ihrem Gefühl des Anders-Seins und schwächt ihren Glauben in ihre Leistungsfähigkeit. In der Cyberwelt mit ihren eigenen Gesetzen traut sich auch ein lernbehindertes Kind das Lesen und Schreiben zu." Auch bei der Arbeit mit hyperaktiven Kindern hilft der Computer: "Hyperaktive Kinder disziplinieren sich beim Spiel am Computer auf eine Art, wie sie es sonst niemals tun." Computer schaffen Selbstvertrauen und machen Kinder schlau - Eltern müssen die Computer nur richtig füttern.


Ab wann darf mein Kind an den Computer?

In den Vereinigten Staaten gibt es Software für Babys ab sechs Monaten. Sie sollen dadurch lernen Farben, Formen oder Körperteile zu erkennen. Doch wie auch Fernsehen ist reines Zuschauen am Monitor für Kinder in diesem jungen Alter nicht mit einem Lernerfolg verbunden. Kleinkinder erforschen ihre Welt durch Tasten und Greifen besser als über einen bunt flimmernden Bildschirm.
Mit zwei, drei Jahren entwickeln Kinder, deren Eltern zu Hause am Computer sitzen, oft Interesse für den grauen Kasten. Auf Ihrem Schoß kann das Kind jetzt schon mal die Maus in die Hand nehmen. Es gibt auch Software für Kinder ab 2 Jahren. Dort werden Geschichten erzählt, die die Merkfähigkeit und die Konzentration fördern sollen. Gleichzeitig lernt das Kind motorische Geschicklichkeit im Umgang mit der Maus. Ob Sie Ihr Kind schon an den Bildschirm lassen, hängt davon ab, ob es große Neugier zeigt. Interessiert es sich für den Computer, spricht nichts dagegen, den Nachwuchs mal an die Tastatur zu lassen.
Grundsätzlich gilt: Sprechen Sie danach mit dem Kind über das, was es auf dem Bildschirm erlebt hat. So stellen Sie die Verbindung zur Realität wieder her. Erlebt das Kind beispielsweise im Computerspiel Abenteuer auf einem Bauernhof, dann besuchen Sie doch auch mal einen echten Bauernhof - und zeigen dem Kind, wie die Tiere in Natura aussehen.
Der Computer darf auch immer nur eine Spielmöglichkeit unter vielen sein. Erfahrungen im Spiel mit anderen Kindern kann ein Computer nicht ersetzen. Und wichtig ist natürlich, dass Ihr Kind ausgiebige Bewegung beim Herumtollen, Spielen und beim Sport bekommt. Eine halbe Stunde vor dem Monitor ist am Anfang auch genug.
Für Vor- und Grundschulkinder gibt es eine Menge gute Software. Das Kind wiederholt spielerisch, was es im Unterricht schon gelernt hat. Bei guten Spielen merkt es nicht mal, dass es lernt. Denn die bunte Computerwelt hat nichts gemein mit verstaubten Tafeln, dem Geruch von Kreide und dem gehobenen Zeigefinger.

Nachgewiesen ist auch, im Vergleich zu Kinder mit Computer und ohne Computer, dass Kinder mit Computer, den Kindern ohne Computer, ein Jahr voraus ist. Wenn das nicht für ein altersgerechten Computer spricht. (Vtech)





Was ist gute Kinder-Software?

Viele Eltern wünschen sich ein Patentrezept: Wieviel Zeit darf mein Kind in welchem Alter vor dem Computer verbringen? Doch solche Formeln gibt es nicht, aber es gibt einige Regeln und Tipps für den Umgang mit dem Computer:

Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind spielt. Nutzen Sie den Computer nicht um Ihr Kind für ein paar Stunden "ruhig zu stellen". Begleiten Sie es bei seinen Erfahrungen mit dem Medium.

Suchen Sie gemeinsam Software aus. Achten Sie bei der Wahl darauf, welcher Spiel- oder Lernerfolg durch das Spiel erreicht werden soll.

Schauen Sie sich an, wie das Kind motiviert wird. Beim Lernen in der Schule gibt es nur ein Richtig oder Falsch. Löst aber ein Kind eine Aufgabe am Computer, öffnet sich oft eine neue Welt und das Kind macht sich auf, sie zu entdecken. Das spornt an.

Fragen Sie sich auch, wie der Stoff aufbereitet wird: Gibt es beim Spiel eine Rahmenhandlung, bei der die Phantasie des Kindes aktiviert wird oder wird das Kind lediglich von einem langweiligen "Mathetrainer" begrüßt?

Achten Sie darauf, dass das Spiel nicht auf Zeit geht. Kinder brauchen ihr eigenes Tempo beim Lösen der Aufgaben.

Schauen Sie sich an, was das Kind während des Spieles frei wählen kann. Computer vermitteln Kindern das Gefühl, ernst genommen zu werden, wenn sie selbst aktiv entscheiden können, was sie spielen.

Kinder lieben Computerspiele, weil dort alles möglich ist. Sie haben das Geschehen in der Hand. Sie können die Buchstaben zum Tanzen bringen oder als Superhelden durch die Lüfte fliegen. Und bei guten Spielen lernen sie dabei auch noch was - ohne es überhaupt zu merken.



Darf mein Kind auch ins Internet?

Viele Eltern denken beim Stichwort Internet an Sex, Gewalt und schreckliche Dinge, die im World Wide Web auf die Kleinen warten können. Doch auch hier gilt: Der richtige Umgang mit dem Medium ist wichtig. Wenn das Kind interessante, kindgerechte Inhalte kennt, findet es wahrscheinlich "Erwachsenen-Inhalte" gar nicht so spannend. Immer mehr Firmen bieten Kinder-Filter an. Das ist eine Software, die Sie auf Ihrem Browser installieren, die dann Sites in denen bestimmte Wörter vorkommen nicht anzeigt. Diese Wörter sind entweder schon vorher nach verschiedenen Schemen einprogrammiert oder können von Ihnen eingegeben werden. Doch leider sind diese Programme nicht so gut und sicher. Zum einen filtern Sie, wenn Sie beispielsweise "Sex" eingeben, nicht nur "gefährliche" Inhalte heraus, sondern auch Aufklärungsseiten oder Informationen über AIDS. Zudem sind die Kids meist ziemlich fix darin, das Filter-Programm zu umgehen. Und alles was verboten ist, reizt um so mehr. Besser ist es, wenn Sie mit dem Kind zusammen das Netz erkunden.

Kinder und Computer - Nutzen und Gefahren

Beim Thema Kinder und Computer haben manche Eltern sofort ein regelrechtes Horrorszenario vor Augen. Sie haben Angst davor, dass ihr Kind keine Freundschaften mehr pflegen und den Bezug zur Realität verlieren könnte. Sie fürchten, dass es keinen Spaß mehr an Spiel, Bewegung und Sport finden könnte.
Für andere Eltern kann die erste Begegnung von Kind und PC nicht früh genug stattfinden. Sie setzen ihre ein Jahr alten Kinder vor speziell für Kinder entwickelte Programme, in der Meinung, nur so könnten diese auf die Gesellschaft von morgen vorbereitet werden.
Ab welchem Alter kann ein Kind mit dem Computer umgehen? Sollte man den Kleinen nicht ihre Kindheit lassen, bevor sie die schwierige Welt der "künstlichen Intelligenz" betreten, in der ihnen möglicherweise alle Kreativität genommen wird? Oder ist ein spielerischer Umgang mit den neuen Medien schon im Kindergartenalter ein Muss, wenn aus den Kleinen mal etwas werden soll?
Die Nutzung neuer Medien wirft in vielen Familien jede Menge Fragen auf. Unklar sind dabei häufig die mit der Computernutzung einhergehenden Gestaltungsmöglichkeiten und ihre Auswirkungen auf die Sozialisation der Kinder.
Die Sorge vieler Eltern, dass ihr Kind - ist es einmal mit der Technologie in Berührung gekommen - süchtig wird, ist unbegründet. Untersuchungen haben gezeigt, dass kleine Computer-Freaks keineswegs sozial verkümmern. Die meisten haben viele Freunde, treiben aktiv Sport und zeichnen sich durch einen großen Wissensdurst auch in der ‚realen' Welt aus. Wichtig ist aber, Kinder zu einem verantwortungs- und sinnvollen Umgang mit den Medien zu erziehen. Außerdem sollten sich Mütter und Väter auf jeden Fall die Zeit nehmen, sich selbst mit dem Computer und dessen Möglichkeiten zu beschäftigen.

Einige Trends
Inzwischen gibt es eine Reihe wissenschaftlicher Studien, die den Umgang mit dem Computer in den Familien sowie die Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten, die uns dieses Medium bietet, analysieren.
Angesichts kontinuierlich zunehmender Computernutzung im familiären und privaten Bereich, kann von einem Trend zur "Computerisierung familiärer Lebenswelten" gesprochen werden.
Im Zeitvergleich haben 1986 4,7% und 1995 16,7% der bundesdeutschen Bevölkerung einen Heimcomputer benutzt. Auch auf der Einstellungsebene der bundesdeutschen Bevölkerung zeigt sich ein eindeutiger Trend: Die Befragten glauben zusehends daran, dass die meisten Menschen in Deutschland den Computer akzeptieren - 1992 bereits 85,2% in den neuen und 91,4% in den alten Bundesländern. Bereits deutlich mehr als ein Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung hatte im Jahr 2001 einen Computer zuhause stehen.
Betrachtet man die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die der gezielte Umgang mit dem Heimcomputer bietet, so werden für Homebanking und Homeshopping vor allem in der Zukunft recht gute Marktchancen erwartet. Das "Surfen" im Internet hingegen hat heute bereits ein breites Nutzerspektrum ebenso wie das Spielen und Lernen mittels CD-ROM. Bildung, Wissen und Spaß sind es, die private Anwender Innen über den PC verwirklichen möchten. Dafür ist ein einfaches technisches Know-how ebenso erforderlich wie Fantasie und Gestaltungsfähigkeiten. Wichtig ist zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit Action- und Gewaltspielen. Außerdem sollte man auch nicht vergessen, dass (Kinder-) Pornografie, Gewaltdarstellungen und andere extreme Inhalte durch die weite Verbreitung der Internetzugänge allgemein sehr leicht zugänglich sind. Die unzureichende Kontrolle des internationalen Datennetzes ermöglicht kriminellen Elementen neue Dimensionen des Austausches und der Verbreitung ihrer Aktivitäten. Vor allem in Hinblick und mit Rücksicht auf Kinder und Jugendliche sind die Familien aufgefordert, bei Kinder-Software und Internet eigene Grenzen zu ziehen und Kontrollmechanismen zu entwickeln.

Kind und Software
Die Möglichkeit, Informationen auf unterschiedliche Art und Weise zu präsentieren, spricht Kinder an. Mal sind es Standbilder, mal kleine Filmchen; dazu kommen Schriftzüge, gesprochene Texte, Geräusche oder Töne. Es fällt leichter, komplizierte Sachverhalte zu verstehen, wenn sie bildlich dargestellt werden. Entscheidend ist, welche Inhalte diese Bilder, Filme und Spiele haben.
Ein großer Vorteil ist, dass Kinder-Software Interaktivität bietet. Das Kind kann bestimmen, wann es was lernen will. Es lernt, selbstbestimmt und frei zu entscheiden. Dabei kann es auch die Lerngeschwindigkeit selbst festlegen. Die klassischen Medien Radio und Fernsehen spulen ihre Programme einfach ab. Sie stellen sich nicht auf das Tempo des Kindes ein. Nicht selten führt die Masse an Reizen zu Konzentrationsstörungen und Unruhe bei Kindern, die sich stundenlang von der Glotze berieseln lassen. Gute Kinderspiel- und Lernsoftware hingegen arbeitet ohne Zeitdruck. Das Kind kann zwischendurch träumen und mit seinen Computerhelden auf Abenteuerreise gehen.
Generell bleibt festzuhalten, dass Kinder-Software und ab einem gewissen Alter auch das Internet Kindern tolle Möglichkeiten zum Lernen und Spielen bieten.
Viele Eltern wünschen sich ein Patentrezept: Wie viel Zeit darf mein Kind in welchem Alter vor dem Computer verbringen? Eine pauschale Antwort auf diese Frage existiert nicht, sehr wohl aber gibt es einige Regeln und Tipps für den Umgang mit dem Computer:
Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind spielt. Nutzen Sie den Computer nicht, um Ihr Kind für ein paar Stunden "ruhig zu stellen". Begleiten Sie es bei seinen Erfahrungen mit dem Medium. Suchen Sie gemeinsam geeignete Programme aus. Achten Sie bei der Wahl darauf, welcher Spiel- oder Lernerfolg durch das Spiel erreicht werden soll. Schauen Sie sich an, wie das Kind motiviert wird. Beim Lernen in der Schule gibt es nur die Optionen richtig oder falsch. Löst aber ein Kind eine Aufgabe am Computer, öffnet sich oft die Tür zu einer neuen Welt, und das Kind macht sich auf, sie zu entdecken. Das spornt an. Fragen Sie sich auch, wie der Stoff aufbereitet wird. Gibt es bei einem Spiel eine Rahmenhandlung, die die Fantasie des Kindes angeregt, oder wird das Kind lediglich von einem langweiligen "Mathetrainer" begrüßt? Achten Sie darauf, dass Spiele nicht mit einem Zeitfaktor verknüpft werden. Kinder brauchen beim Lösen der Aufgaben ihr eigenes Tempo. Schauen Sie sich an, welche Wahlmöglichkeiten Ihr Kind während des Spiels hat. Wenn Kinder selbst aktiv entscheiden können, was sie spielen, vermitteln die Programme ihnen das Gefühl, ernst genommen zu werden. Kinder lieben Computerspiele, weil dort alles möglich ist. Sie selbst haben das Geschehen in der Hand und fliegen gegebenenfalls als Superhelden durch die Lüfte. Und bei guten Spielen lernen sie dabei auch noch etwas, ohne es überhaupt zu merken.



Computer im Kindergarten

Seit Anfang der 90-er Jahre gibt es von Seiten der multimedialen Entwicklungen deutliche Signale an die Pädagogik. Für Pädagogen und Pädagoginnen ist es an der Zeit, sich umzustellen. Ihre Zielgruppe, die Kinder, kommen zumeist mit multimedialen Erfahrungen in den Kindergarten. Anders als bisher ist der Computer als Medium nicht allein ein Spiel- und Unterhaltungsgerät, sondern kann als Lernhilfe genutzt werden wie das Bilderbuch und die Bauklötze. Ein solches Medium kann auf Dauer nicht einfach so abgetan werden. Die pädagogische Auseinandersetzung hat sowohl die Erfahrungen der Kinder mit der Welt, die ihnen vorgegeben ist, einzubeziehen wie auch die didaktischen Möglichkeiten, die z.B. Edutainment-Titel bieten. Wer die Kinder verstehen und ihnen zeitgemäße Spiel- und Lernangebote bieten will, der kommt um die Auseinandersetzung mit den virtuellen Spiel- und Lernwelten nicht herum.
Wenn wir von der pädagogischen Herausforderung von Multimedia im Hinblick auf die Kindertagesstätten sprechen, so sind hierfür die wichtigsten Grundlagen die Bedürfnisse der Kinder. Das Bedürfnis der Kinder kann vor allem als Wunsch definiert werden, sich kindgemäß im ihren vorgegebenen Welten zurechtzufinden. Die beste und effektivste Form dafür ist das Spielen. Doch wer glaubt, dass Kinder nur spielen, der irrt. Spielen ist die erfolgreichste und nachhaltigste Form des Lernens. Kinder lernen spielerisch Regeln, Inhalte, vielfältige Verhaltensmöglichkeiten, Sich-Durchsetzen oder Sich-Zurücknehmen, Körperbeherrschung und den Umgang mit Gefühlen.
Wenn wir heute vom spielerischen Lernen mit dem Computer sprechen, so beinhaltet dies das gesamte Spektrum, das Spielen insgesamt bedeutet. Kinder spielen nicht nur am und mit dem Computer. Der Computer bietet Möglichkeiten, als bereicherndes Element dem positiven Spiel der Kinder zu dienen. Der Computer im Kindergarten ermöglicht den Kindern, gemeinsam und aktiv die multimedialen Welten zu entdecken und zu erforschen, in ihnen zu spielen und zu lernen. Wenn wir als Pädagogen den richtigen Rahmen setzen, dann können die computerisierten Spiel- und Lernwelten ein bereicherndes Element sein für das kindgerechte Spielen.
Der Einsatz des Computers in Kindergarten steht im sozialen Kontext und somit in einem gruppendynamischen Spiel- und Lernzusammenhang. Im Kindergarten wird nicht allein mit dem Computer gespielt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass den Kindern gerade das gemeinsame Spielen mit den virtuellen Welten Spaß macht und sie dabei am allermeisten lernen. Der Einsatz von altersgemäßen computerisierten Spiel- und Lernprogrammen hat sich bisher insgesamt als bereicherndes Zusatzangebot im Kindergarten erwiesen. Gerade das soziale Miteinander, wie es für die kleinen Kinder nur der Kindergarten bieten kann, ist ein ideales Umfeld für ein Medium, das nicht allein passiv zu konsumieren ist, sondern eigene (Inter-) Aktionen fordert. Der Computer im Kindergarten wird nicht konsumierend von einzelnen Kindern genutzt. Im Gegenteil - die Gruppe erkundet, sucht und erlebt und lernt im gemeinsamen Spiel. So macht es eben am meisten Spaß.

Erfahrungen


Obwohl der Computer im Kindergarten noch pädagogisches Neuland ist, gibt es bereits eine Fülle an Erfahrungen und Erkenntnissen. Die im Folgenden zusammengestellten Ergebnisse basieren im Wesentlichen auf der Auswertung des Projekts Multimedialandschaften für Kinder des SIN - Studio im Netz e.V.
Die Praxis zeigt, dass der Computer im Kindergarten als kreativitätsförderndes und lernanregendes Medium eingesetzt werden kann. Der Computer ist bei den Kindern beliebt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Kinder am liebsten in Gruppen mit und am Computer spielen. Hierbei kamen jedoch das Spielen und Toben im Freien und die direkten "analogen" Spiele nicht zu kurz. In der Regel wird der Computer im Kindergartenalltag nicht mehr als zwischen 30 und 45 Minuten genutzt. Wie bei jedem anderen Spielzeug auch gibt es Zeiten, in denen die virtuellen Spiel- und Lernwelten überhaupt nicht oder kaum genutzt werden.
Die pädagogisch Verantwortlichen bewerten die bisherigen Erfahrungen mit dem Computern im Kindergarten größtenteils als positiv. Als übergeordnete erfreuliche Begleiterscheinung kann festgehalten werden, dass ein Computerprojekt im Kindergarten die fachliche Auseinandersetzung zum Thema Kinder und Medien generell vorantreibt und dass mit diesem Thema auch die Eltern inhaltlich erreicht werden können.
Das Interesse der Eltern am Thema "Computern im Kindergarten" ist erstaunlich hoch. Wer Aktionstage und Elternabende durchführt, kann mit einer hohen Beteiligung rechnen. Die Eltern nutzen die Aktionstage nicht selten dazu, mit ihrem Kind zusammen zu spielen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Positive Bewertungen seitens der Eltern resultieren vor allem aus den interaktiven Möglichkeiten des Mediums.

Beobachtungen von Erzieherinnen und Meinungen von den Eltern

"Es fanden sich Kinder zusammen, die sich für das gleiche Spiel interessierten, die sonst wenig gemeinsame Interessen haben und selten miteinander spielen".
"Die Kinder haben sehr schnell den Mechanismus der Maus und somit das Erlangen von 'Aktivität' begriffen. Ich war erstaunt, wie gut die Auge-Hand-Motorik koordiniert werden konnte, auch bei Kindern, die noch keine Erfahrungen mit Computern hatten".
"Mir ist aufgefallen, dass die Kinder mit sehr viel Spaß und auch Konzentration am Computer gearbeitet und gespielt haben".
"Zeitlich vernünftig eingesetzt, können Computer eine große Bereicherung der Spiel- und Lernwelt unserer Kinder darstellen".


Tipps für Eltern:

Eltern sollten sich Zeit nehmen und sich mit ihren Kindern gemeinsam an den Computer setzen; denn ihre Aufgabe besteht darin, ihren Nachwuchs mit Kompetenz auszustatten:

Sie müssen Faktenwissen vermitteln; d.h., die grundlegende Struktur und Funktionsweise des Internet muss den Kindern geläufig sein. Hierzu gehören Informationen über das Netzwerk, über Funktionen wie Email, Chat usw., aber auch über entstehende Kosten. Meist begreifen Kinder diese technischen Voraussetzungen viel schneller als Erwachsene.

Die Kinder müssen die Fachbegriffe kennen lernen, um sich theoretisches Hintergrundwissen aneignen zu können. Gefragt ist aber natürlich nicht die Kenntnis aller Fachbegriffe, sondern die einer Auswahl besonders wichtiger.

Den Kindern müssen grundlegende Methoden zur Nutzung des Mediums bekannt gemacht werden. Beispiele sind Suchstrategien und Downloads oder im Bereich Email das Adressieren und das Anhängen von Dateien. Kinder müssen zu einem selbstbestimmten, kritischen und kreativen Umgang mit Netzinhalten angeregt werden. Dabei sollten sie lernen, Seiten inhaltlich nach Gehalt und Aussagekraft, aber auch in Hinblick auf ihren eigenen Nutzen zu bewerten.

Kindern müssen Gefahren erkennen und richtig einschätzen können. Sie müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass die Gefahr eines Eindringens von außen in das eigene Betriebssystem möglich ist, dass dadurch Störungen auf dem eigenen Computer hervorgerufen werden können (z.B. durch Viren), dass die Datenübermittlung nicht unbedingt sicher ist und dass hochsensible Daten nicht über das Netz verschickt werden sollten.


Den Kindern sollte deutlich vor Augen stehen, dass das Internet eine Informationsflut liefert, deren Qualität beliebig ist, da keinerlei Kontrollinstanz diese Flut eindämmt, kontrolliert und bewertet. Kindern muss erklärt werden, dass sich der Gebrauch des Internets auf ihre Persönlichkeit auswirkt. Sie müssen erkennen, dass das Internet nicht der einzige Lebensinhalt sein kann und darf und dass es neben dem Internet auch noch viele andere spannende Freizeitbeschäftigungen gibt.

Bei der Auswahl kindgerechter Seiten gilt es, gut aufzupassen; denn viele Suchmaschinen verkleiden sich zwar durch peppige Aufmachung und blinkende Icons als Suchmaschinen speziell für Kinder, doch die von ihnen gefundenen Seiten entsprechen oft dem gleichen Suchergebnis, das mit einer Suchmaschine für Erwachsene erzielt worden wäre.




Kinder und ComputerEDV-FachbegriffeMit der wachsenden Verbreitung des PC - und auch der Spielkonsolen sowie der Lerncomputer verbringen auch immer mehr Kinder immer mehr Zeit vor dem Bildschirm, meist mit Spielen. Außerdem werden PC zunehmend als Unterrichtsmittel eingesetzt, v.a. für Internetzugang und E-Mail an weiter führenden Schulen.

Computergestützter Unterricht, in dem Schülerinnen und Schüler phasenweise selbständig am PC arbeiten, ist bislang eher die Ausnahme, vor allem an Grundschulen. Ob und wie sich Kinder mit Computern befassen sollen, wird kontrovers diskutiert. Das Meinungsspektrum reicht von vorbehaltloser Befürwortung bis zu krasser Ablehnung. Die verschiedenen Positionen können hier nicht angemessen wiedergegeben werden.

Besondere Beachtung verdient aber sicher der Hinweis vieler Pädagogen und Psychologen, dass eine isolierte Betrachtung "des" Kindes an "dem" Computer in die Irre führen muss. Entscheidend bleiben offenbar einerseits die gesamte geistige und soziale Situation der Kinder, andererseits die pädagogischen Konzepte.

Vereinfacht gesagt:
Kinder ohne Anleitung und Auswahl vor den PC zu setzen oder im Internet "surfen" zu lassen, kann bereits bestehende Probleme (Kontaktschwierigkeiten, Unruhe, aggressives Verhalten) verstärken. Zugleich kann das bloße Vorhandensein von PC, Software, Internetzugang usw. noch nicht als zukunftsorientierte Bildung gelten.

Entscheidend bleiben die pädagogischen Ziele und Maßnahmen - und z.B. auch die verantwortungsbewusste Auswahl und Kontrolle durch Eltern oder Erzieher.


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