Winnie Pooh, mein Freund



Mein Pooh

Wie Ihr sicher gemerkt habt, ist Winnie Pooh, mein bester Freund geworden. Ich habe auch alles von und über Winnie Pooh. Von Kinderwagen, Kinderbett, Bücher, Plüschtiere, DVD und vieles mehr.
Winnie Pooh hat natürlich viele Abenteuer, in seinen Filmen erlebt, und einige schreibt meine Oma hier rein, da ich ja ständig auch auf der Suche nach Honig bin, für meinen Freund, denn der hat großen Hunger. Ich verstecke mich, unter meine Winnie Pooh-Decke und sammle Honig und koche natürlich mit der Winnie Pooh Küche, leckere Sachen mit Honig, für Winie Pooh.

Aber Oma möchte jetzt erzählen:




Der erste Schultag für Christopher Robin

Die Schule fängt an, die Schule fängt an!
Schnell, du darfst nicht zu spät kommen!", rief Tigger. "Schule?", fragte Winnie Pooh. "Wovon redest du?" "Christopher Robin hat einen neuen Schulranzen und ein köfferchen für seine Pausenbrote, und er macht sich gerade fertig für die Schule. Das sollten wir auch tun."
"Aber Tigger, Schule ist doch nichts für uns, Schule ist nur was für Kinder", sagte Pooh.
Wie meinst du das, nichts für uns?", fragte Tigger. "Tigger gehen liebend gern zur Schule." "Ferkel nicht", meinte Ferkel nachdenklich. "Glaub ich jedenfalls."
"Du hast recht Ferkel", sagte I-aah. "Ich finde die Idee toll!", rief Klein-Ruh. " Darf ich auch mit zur Schule kommen?" "Klar darfst du das", erwiderte Pooh. "Lasst uns alle zusammen zu Christopher Robin gehen, Vielleicht kann er uns mehr darüber erzählen."


Tigger lief allen anderen voran und rief Christopher Robin schon von weitem zu: "Also, wo ist die Schule?"
"Ungefähr einen Kilometer weit weg von hier", antwortete Christopher Robin.
Der Schulbus wird mich morgen abholen und hinbringen.
"Einen Kilometer?", fragte Ferkel und zupfte sich am Ohr.
Sie ist gar nicht im Hundert-Morgen-Land?", fragte Tigger.
"Wenn man so weit von zu Hause wegmuss, ist Schule nicht das Richtige für Ferkel", sagte Ferkel.
"Außerdem haben wir dafür gar nicht genug Grips im Kopf", meinte Pooh.
"In der Schule würde es euch allen gefallen", widersprach ihnen Christopher Robin. "Da bin ich ganz sicher. Wartet einen Moment, dann richte nur für uns ein richtiges Klassenzimmer ein."
Stellt euch vor, unsere eigene Schule!", rief Pooh begeistert. Bin gespannt, ob wir dafür klug genug sind."
"Darf man in der Schule auch hüpfen?", fragte Ruh.
"Klar darf man das, kleiner Freund", versicherte Tigger.
"Schule ist der beste Ort zum Herumhüpfen."
"In der Schule wird nicht gehüpft", widersprach I-aah.
"Überhaupt nicht?", fragte Tigger enttäuscht.
"Nein, Schule bedeutet Arbeit. Da ist keine Zeit für Spaß", behauptete I-aah.
"Nicht mal für ein klein bißchen?", fragte Tigger und ließ die Schultern hängen.
I-aah schüttelte den Kopf.
"Oh", sagte Tigger mit einer für Tigger sehr zaghaften Stimme, "wenn das so ist, mögen Tigger die Schule nicht." Er wollte sich gerade mit Ferkel auf Zehenspitzen davonschleichen, als Christopher Robin rief: "Die Schule fängt an!"
"Oje", seufzte Ferkel.


"Christopher Robin stellte für seine kleinen Freunde einen Tisch und Stühle auf. Als er alle um sich versammelt hatte, sagte er: "Als Erstes singen wir immer ein Lied, "Guten Morgen lieber Tigger, liebes Ferkel, Lieber Ruh! Willkommen, lieber I-aah und auch du, Winnie Pooh!"
Und jetzt alle mitsingen!" "Das macht Spaß, findest du nicht?", flüsterte Pooh Ferkel ins Ohr.
"Psst", wisperte Ferkel. "Guten Morgen....", sangen alle zusammen. "Falls es ein guter Morgen ist", brummelte I-aah, "was ich stark bezweifle."
" Na ja, der erste Schultag ist immer ein wenig anstrengend", sagte Christopher Robin, "aber ich habe meine neue Lehrerin bereits kennen gelernt und finde sie sehr gut. Und zwei Jungs, die in meine Klasse gehen, kenn ich auch schon."
"Es ist schön, den ganzen Tag mit Freunden zusammen zu sein", sagte Ferkel.
"In der Schule lernen wir auch viele Dinge", erklärte Christopher Robin.
"Das mag für dich ja recht und schön sein", sagte Pooh, "aber glaubst du wirklich, das ein bißchen Schule auch uns etwas bringt?"
"Bestimmt", versicherte Christopher Robin. " Ihr könnt lernen, das Abc zu schreiben. Das macht Spaß."
Christopher Robin gab jedem ein Blatt Papier und einen Buntstift.
"Jetzt malt ihr als Erstes ein Bild von euch selbst!" "Was hat das mit dem Abc zu tun?", fragte Tigger. Die wichtigsten Buchstaben des Alphabets sind die, die in eueren eigenen Namen vorkommen", sagte Christopher Robin. " Wenn euere Bilder fertig sind, könnt ihr versuchen, euren Namen darunter zu schreiben."
Pooh kaute erst eine Weile auf seinem Buntstift herum, dann begann er langsam zu schreiben: " P-O-O-H."
Sehr hübsch", lobte ihn Christopher Robin:
"F-L", versuchte es Ferkel, der auch einen ziemlich schwierigen Namen hatte.
I-aah, der nur den Buchstaben A kannte, schrieb ein "A" unter sein Bild. "Ich glaube, ich habe noch nie im Leben so viel Spaß gehabt", sagte er stolz.
Klein-Ruh malte ein paar Anführungszeichen.
Tigger malte eine Schlangenlinie. Alle machten ihre Sache sehr gut.



"Zählen ist auch ganz einfach", sagte Cj´hristopher Robin.
"Pooh, zeigt uns doch mal, wie viele von diesen Bauklötzen du aufeinander stapeln kannst."
"1, 2, 3, 4, 5, 6", zählte Pooh.
Er baute einen hübschen Turm. Aber wenn Tiggere einen Turm sehen, meinen sie, Türme wären zum Umhüpfen da und....


"K-R-A-C-H! Der schöne Turm stürzte ein.
"Oh", seufzte Pooh.
"Tigger!", rief Christopher Robin mit strenger Stimme.
"Tut mir leid", sagte Tigger kleinlaut. "Alle diese Abcs und 1-2-3s sind ja ganz nett, aber wo bleibt der Spaß bei der ganzen Sache? Was soll ich an einem Ort, wo man nicht hüpfen darf?"
"Stimmt, wenn der Lehrer spricht, darf man nicht im Klassenzimmer herumhüpfen", sagte Christopher Robin. "Aber meine Schule hat auch einen Pausenhof mit einem Spielplatz, wo wir während der Pausen fast jeden Tag spielen dürfen."
"Einen richtigen Spielplatz?", fragte Klein-Ruh.
"Ja", versicherte Christopher Robin. "Einen richtigen Spielplatz mit Schaukeln und einer Rutsche."
"Wusst ich`s doch, dass Tigger Schulen lieben!", rief Tigger.
Aber jetzt begann Poohs Magen zu knurren, und er machte sich wegen etwas ganz anderem Sorgen.
"Ich hoffe, dass man in der Schule auch etwas essen darf", sagte er.
"Aber natürlich", beruhigte ihn Christopher Robin. Dafür habe ich doch meine neue Pausenbrozbox. Ich nehme mir ein Honigbrot, eine Banane und eine Tüte Milch für sie Pause mit."
"Mmmm", seufzte Pooh sehnsüchtig.
Da Christopher Robin seinen kleinen Freund sehr gut kannte, schlug er sofort vor:" Laßt uns jetzt eine Pause machen und eine Kleinigkeit essen!" Er stellte einen großen Topf mit Honig auf den Tisch, von dem alle nach Herzenslust naschen durfte.
"Ich hoffe, deine neue Lehrerin ist so nett wie du, Christopher Robin", sagte Ferkel.
"Ja", stimmt Pooh ihm zu und fuhr fort: "Spielen wir morgen wieder Schule?" "O ja," bitte!, riefen alle anderen wie aus einem Mund.
"Natürlich", versprach ihnen Christopher Robin. "Wir können jeden Tag spielen, sobald ich von der Schule nach Hause komme."


Frohes neues Jahr, Pooh!



Einunddreißigster Dezember, sagte Pooh. "Zeit, dass ich meinen Kalender umblättre." Pooh hob das Kalenderblatt für den Monat Dezembr hoch. "Hmmm." Er kratzte sich hinter dem Ohr. "Keine Seiten mehr."
Keine Monate mehr?!", rief Ferkel . "Wie schrecklich!" "Oh-oh, Poohs Kalender ist kaputt", sagte Tigger. "Lasst uns auf meinen schauen. Tigger-Kalender sind nie kaputt.
Tigger hüpfte in sein Haus und hob das Kalenderblatt für den Monat Dezember hoch.
Er riss ungläubig die Augen auf, sein Schwanz sank hinunter bis auf den Boden. "Keine Monate mehr!" Es ist wahr. Ws sollen wir jetzt tun?"
"Wir können uns mit einem Gedicht von den Monaten verabschieden", schlug Pooh vor. "Nein, dass ist eine zu traurige Geschichte", sagte Ferkel. Mir fällt nichts ein, was ich dazu sagen könnte."
"Ein Gedicht kann man sich auch nicht ausdenken", sagte Pooh. Es muss einem ganz von alleine zufliegen. Pooh setzte sich auf einen Hocker und starrte auf seine Pfoten.
Schließlich blickte er auf und sagte: "Leb wohl, Januar, mit Eis und Schnee...."
"..... und Schlittschuh laufen auf dem See", fuhr Ferkel fort. Bravo Ferkel!", rief Pooh. "Das reimt sich wirklich gut."
Pooh fuhr fort: "Leb wohl, Februar, mit Pralinen zum Valentinstag. Leb wohl, März, mit süßen Beeren, die ich so gern mag."
Beeren in März?" fragte Tigger.
"Mach`s doch besser", forderte Pooh ihn auf.
"Tigger dichten nicht", sagte Tigger.
"Tigger können Tiggergedichte machen", sagte Pooh.


Also begann Tigger:
Ähem.... leb wohl April,, mit deinen Regentagen.
Leb wohl, schönes Mai,
wenn die Bäume ausschlagen."
"War das ein guter Reim?", fragte Tigger.
"Ja", erwiderte Pooh, "das hast du prima hingekriegt." "Dichten macht Spaß", sagte Tigger.
Ich werde immer trauriger und trauriger", dchniefte Ferkel und wischte sich eine Träne von seiner Wange.
"Dann versuch du`s jetzt mal", sagte Pooh. "Ein wenig Poesie ist das beste Mittel gegen Traurigkeit."
"Leb wohl, Juni, wenn die Bäume so grün. Leb wohl, Juli, wenn alle Blumen blühn."
"Und weiter?", fragte Tigger.
Die drei Freunde dachten eine Weile nach. Schließlich sagte Winnie Pooh: " Für die restlichen Monate weiß ich schon was...."
Leb wohl, August und Sommerwind.
Leb wohl, September, wenn der Herbst beginnt.
Nie mehr im Oktober Nüsse suchen. Nie mehr im November Kurbiskuchen.
Leb wohl, Dezember, dich vermissen wir sehr, keine Weihnacht, keine Geschenke mehr!"
Vom Dezember müssen wir uns nicht verabschieden", sagte Tigger. "Von nun an wird es immer Dezember sein."
"Oh, stimmt", sagte Pooh. " Das hatte ich vergessen."
"Für .... für immer", seufzte Ferkel. Trööt, trööt! Bimmelim! Dengleng! Aus Rabbits Haus drangen seltsame Geräusche an die Ohren der drein Freunde.
"Vielleicht ist Rabbit in Schwierigkeiten!", rief Ferkel. " Nichts wie hin!"


Rabbits Haus war voll mit bunten Luftballons und Luftschlangen.
Trööt, trööt! I-aah blies, so fest er konnte, in eine kleine Trompete.
Bimelim! Rabbit Bimmelte mit einer Glocke. Dengleng! Christopher Robin war der Trommler und schlug mit einem hölzernen Kochlöffel auf einen Topf. Kanga, Ruh und Eule sahen aus, als hätten sie mächtig viel Spaß.
Ich wüsste gerne, warum die alle so vergnügt sind", flüsterte Pooh.
"Sie haben offenbar die schlechten Neuigkeiten noch nicht gehört", flüsterte Ferkel zurück.
"Dann ist es unsere Pflicht, es ihnen zu sagen", sagte Tigger. Er hüpfte zu Rabbits Wandkalender und hob das Blatt mit dem Monat Dezember hoch. "Tut mir leid, wenn ich euch den Spaß verderben muss", sagte er, "aber es sieht so aus, als hätten wir ein großes Problem."
"Es wird keine neuen Monate mehr geben im Hundert-Morgen-Wald", sagte Pooh.
Ferkel wischte sich wieder eine Träne weg.
So etwas mußte ja passieren", sagte Iaah trübsinnig. "Spaß machen, singen und tanzen ..... ich habs gewusst, das konnte nicht gut gehen."
"Mach dir keine Sorgen, I-aah", beruhigte ihn Christopher Robin, "natürlich wird es neue Monate geben."
"Ist das wirklich wahr?", fragte Pooh. Christopher Robin gab Pooh einen Topf. "Na los! Begrüße mit uns zusammen das neue Jahr!", riefer.
"Das neue Jahr?", fragte Pooh. " Du meinst, vor uns kiegt ein ganz neues Jahr?"
"So ist es", versicherte ihm Christopher Robin. "Mit einem neuen Januar und einem neuen Februar?", fragte Pooh.
"Und einen neuen März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember?", rief Tigger.
"Genau", erwiderte Christopher Robin. "Seht her, hier habe ich für jeden von uns einen neuen Kalender."
"Oh!", rief Pooh. " Sind die aber schön.
"Sie sind einfach superfantastisch!", rief Tigger begeistert. "Wir wollen eine Party machen, um das zu feiern."
"Genau das tun wir doch bereits", sagte Rabbit und schlug Tigger freundschaftlich auf die Schulter.
"Und nachdem ihr nun keinen Grund mehr habt, euch Sorgen zu machen, feiert einfach mit und begrüßt mit uns das neue Jahr!


Besuch beim Doktor



Christopher Robin sagt, es wird Zeit, dass ich mich mal gründlich untersuchen lasse", erzählte Winnie pooh. Er hat auch schon seinen Arztkoffer zu Eule gebracht.
"Arztkoffer?" rief Ferkel entsetzt. "Armer Pooh, dann bist du also krank!" "Krank?", wiederholte Pooh verblüfft. "Nein, mir geht es gut. Nur in meinem Baum grummelt es manchmal so komisch."
" Das ist es", rief Ferkel. "Was ist was?", fragte Pooh. "Dein Bauch - er muß krank sein", sagte Ferkel. "Glaubst du?", fragte pooh. "Glaubst du es nicht?", fragte Ferkel. "Na ja, wird wohl so sein", erwiderte Pooh. Sein Bauch zwickte und zwackte tatsächlich. "Lass uns zusammen hingehen", schlug Ferkel vor. "Zu zweit ist immer alles halb so schlimm."
"Kommruhig rein, Pooh!", rief Tigger. Er saß hinter einem Pult am Eingang zu Eules Baumhaus. "Sobald Ruh rauskommt, bist du dran."
"Warum muss ich mich denn untersuchen lassen, Christopher Robin?", fragte Pooh.
"Das muß jeder ab und zu", erwiderte Christopher Robin.
"Ich möchte sicher sein, dass du ganz gesund bist und richtig wächst. Und dieses Mal wird Eule dir eine Spritze geben, die dich vor bestimmten Krankenheiten schützt."
Eine Spritze?, rief Pooh, und sein Magen machte vor Schreck einen richtigen Satz. "Eine Spritze?", quiekte Ferkel. "Ojeoje!"
"Keine Angst, du wirst nur einen kleinen Piekser spüren, Ferkelchen", sagte Robin beruhigend. "Und die Medizin in der Spritze macht, dass du keine Masern oder Mumps und solche Sachen bekommst."
"Masern und Mumps", flüsterte Pooh Ferkel zu. "Klingt schrecklich, nicht wahr?"
Furchtbar schrecklich", flüsterte Ferkel zurück.


" Im gleichen Moment hüpfte Ruh aus Eules Haus.
"Ich bin untersucht, und es war gar nicht schlimm!", rief er. " Kann ich einen blauen haben, Tigger? Bitte, Bitte!"
Tigger blies einen hübschen blauen Luftballon für Ruh auf.
Komm jetzt mit, Pooh!, sagte Rabbit. Es war der Sprechstundengehilfe des Doktors.
"Vi-viel Glück, Pooh, rief Ferkel. Robin nahm Pooh bei der Hand und ging mit ihm in Eules Haus.
"In Eules Haus war es zum Glück gemütlich warm, denn Pooh musste als Erstes sein Hemdchen ausziehen.
Dann setzte Christopher Robin ihn auf den Untersuchungstisch. Rabbit wickelte ein breites Band um Poohs Arm und pumpte so viel Luft hinein, dass das Band enger und immer enger wurde. "Wie fühlt sich das an?", fragte Rabbit. "Eng", erwiderte Pooh. "An diesem Messgerät kann ich ablesen, dass dein Blutdruck genau richtig ist", erklärte Rabbit.
"Steig jetzt auf die Waage, damit wir dich wiegen und messen können", sagte Rabbit. "Aha, genau die richtige Größe für einen kleinen Bären in deinem Alter, und das Gewicht ... na ja, ein bisschen zu dick bist du schon. Aber mit ein wenig Gymnastik bekommst du das bestimmt in den Griff."
" Ich mache jeden Tag Morgengymnastik", verteidigte sich Pooh. "Dann ist es ja gut, sagte Rabbit. "Und jetzt entschuldigt mich, bitte. Ich habe so viele wichtige Dinge zu erledigen. Doktor Eule wird gleich kommen."
"Christopher Robin nickte Pooh aufmunternd zu, als Eule hereinrauschte. "Sieh mal an, wenn das nicht Winnie Pooh ist!", rief Eule. "Ein herrlicher Tag für eine Untersuchung, nicht wahr? Nun, wie fühlen wir uns denn so?"
"In meinem Bauch rumpelt und pumpelt es manchmal so komisch", erwiderte Pooh.
"Hmmm...."., sagte Eule, lass mal sehen!" Er tastete erst Poohs Bauch ab und danach seinen Rücken, seine Schultern und die Arme. "Scheint alles da zu sein, wo es hingehört", stellte Eule fest.
"Oh, da bin ich aber froh", kicherte Pooh.
"Und mein Otoskop ist auch da, wo es hingehört - hier, in meiner Tasche", sagte Eule.
"Ein Oto-oto.... was für ein Ding?", stammelte Pooh.
Das ist nur eine kleine Taschenlampe", erklärte Eule. " Damit kann ich in deine Ohren sehen .... hm-hmmm... in deine UAgen ... sehr schön ... deine Nase .... wunderbar .... und in deinen Hals. Mach den Mund jetzt mal schön weit auf und sag AAAH!"
"AAAH", sagte Pooh. Eule presste Poohs Zunge vorsichtig mit einem Zungenspatel hinunter. "Ja, sehr gut!", rief Eule.


"Als nächstes zeigte Eule Pooh einen kleinen Gummihammer und sagte: " Jetzt wollen wir mal deine Reflexe prüfen."
"Was sind Reflexe?", wollte Pooh wissen. "Das wirst du gleich sehen, wenn ich mit diesem Hämmerchen ganz leicht auf dein Knie schlage", erwiderte Eule. Er schlug auf Poohs linkes Knie und SCHWUPS ! schnellte sein linkes Knie in die Höhe.
!Oh, das war lustig. Mach das noch mal!", bat Pooh. Eule schlug leicht auf Poohs rechtes Knie, und das rechte Bein schnellte in die Höhe.
Schau, das hier ist ein Stethoskop. Damit kann mal alles Mögliche hören", sagte Eule. "Hören? Was denn, zum Beispiel?", fragte Pooh. "Deinen Herzschlag", erwiderte Eule. "Möchtest du mal hören?" Pooh lauschte - Bum - bum ... bum-bum...bum-bum...
Dieses gleichmäßige Geräusch wirkte irgendwie beruhigend fand Pooh.
Es machte ihm auch gar nichts aus, als Eule schließlich sagte: Setz dich jetzt am besten auf Christopher Robins Schoß. Es wird Zeit für deine Spritze.
"Ich weiß, es piekst ein wenig, aber dafür bekomme ich dann auch keinen Mumps und keine Masern", sagte Pooh tapfer.
"Genau so ist es, Pooh", erwiderte Eule. "Könnte Ferkel auch reinkommen und mir die Hand halten?", fragte Pooh. "Aber natürlich", sagte Eule.
Nachdem Pooh seine Spritze bekommen hatte, kam Rabbit mit einem kleinen Pflaster und klebte es Pooh auf den Arm.
So, das lässt du jetzt eine Stunde drauf", sagte er.
"Wow, du hast überhaupt nicht geweint", sagte Ferkel bewundernd.
"So eine Untersuchung ist doch kein Problem für einen tapferen kleinen Bären wie Pooh", sagte Christopher Robin.
"Jawohl, genau das bin ich, ein tapferer kleiner Bär", dachte Pooh stolz, während er sein Hemdchen wieder anzog.
Du bist kerngesund, Pooh", sagte Eule. "Da ist nur so ein komischnes Grummeln in deinem Bauch.... ich verordne dir deshalb einen großen Topf Honig, sobald du wieder nach Hause kommst."
"Meint er das im Ernst, Christopher Robin?", flüsterte Pooh. "Ich darf Honig essen, obwohl ich ein bisschen zu rund bin?"
"Ja, das darfst du", lachte Christopher Robin. "Den größten Topf Honig, den du zu Hause hast."
"Prima", freute sich pooh. Dann wandte er sich an Ferkel und sagte: "Komm, kleiner Freund. Lass uns gehen!"
He, warte", rief Tigger. "Vergiss nicht deinen Luftballon!"
"Danke, Tigger", sagte Pooh. Als sie sich gleich darauf auf den Weg zu seinem Häuschen machten, nahm Pooh Ferkel bei der Hand und Ferkel durfte den Luftballon halten.


Poohs böser Traum



Winnie Pooh stand vor seinem Vorratsschrank und betrachtete stolz sein Werk.
Zehn neue Honigtöpfe, seufzte er glücklich.
Wie schön fpr dich, sagte Tigger, " aber pass bloss auf, dass heute Nacht nicht das schreckliche Heffalump kommt und deinen ganzen Honig auffrist.
" Das schrecklicheHeffalump?", fragte Pooh. "Es sit ein unersättlicher Vielfraß!" sagte Tigger.
Hast du es gesehen?, wollte Pooh wissen. "Nein", erwiderte Tigger, " aber es ist noch schlimmer, wenn man es nicht sieht. Wenn sich ein Heffalump in der Nähe herumtreibt, kann man nicht vorsichtig genug sein." " Ich werde auf der Hut sein", sagte Pooh.
"Graurrrr!", machte Tigger zum Spaß. "Bis dann, Pooh!"
"Gute Nacht, Tigger." Pooh schloss die Tür. Sein Haus kam ihm plötzlich unheimlich groß und leer vor.
Pooh kletterte in sein Bett und zog sich die Decke hoch bis über die Nasenspitze. So blieb er eine ganze Weile liegen.
Das schreckliche Heffalump", dachte er. "Ich muss die AUgen offen halten...."
Er gab sich alle Mühe, nicht einzuschlafen, aber schließlich fielen ihm doch die Augen zu.
Plötzlich wurde Poohs Haus wie von einem Erdbeben erschüttert. Ein großes, rotes Heffalump brach durch die Tür. Es zertepperte das Geschirr und warf die Tischlampen um. Dann stapfte er zu Poohs Vorratsschrank und verschlang drei Töpfe Honig. "O nein!", rief Pooh.


Das Heffalump drehte sich um. Es starrte Pooh mit seinen schrecklichen grünen Augen an und schniefte mit seiner langen blauen Nase. "Ho-Ho!", sagte es. "Jetzt werde ich dich auffressen!"
Das Heffalump stülpte einen leeren Honigtopf über Poohs Kopf.
"Mmmmpf", rief Pooh.
Pooh sprang aus dem Bett. Es griff in die Höhe, um sich den Honigtopf vom Kopf zu ziehen, jedoch.... der Topf war nicht mehr da! Auch das Heffalump war verschwunden. Wo kann es sich versteckt haben?, fragte sich Pooh. Er traute sich nicht, dass Heffalump zu suchen und rannte so schnell er konnte zu Ferkels Haus.
Hilfe! Hilfe! Ein schreckliches Heffalump ha-hat sich in meinem Hau-haus versteckt!", keuchte Pooh.
"Ein Heff? Ein Lump? Ein was?", fragte Ferkel und rieb sich die Augen.
"Ein Heffalump! Schnell, komm mit!" Ferkel blien keine Zeit zum Überlegen. Hätt er Zeit zm Nachdenken gehabt, wäre er bestimmt nicht in die Nacht hinausgestürzt, um Pooh zu helfen ein schreckliches Heffalump zu finden.
"Komm raus, Heffalump!", rief Pooh. Ferkel ergriff Poohs Besen und hielt ihn sich über den Kopf,
"Du, Pooh?", fragte Ferkel, nachdem er endlich Zeit zum Nachdenken gehabt hatte. "Was machen wir mit dem Heffalump, wenn wir es finden?"
Pooh überlegte und überlegte und überlegte......
"Vielleicht sollten wir besser Christopher Robin holen", schlug Ferkel vor. "Gute Idee" stimmte Pooh ihm zu.
Christopher Robin lag im Bett, als die beiden Freunde kamen.
"Du musst einen Alptraum gehabt haben, Pooh", sagte er. " Heffalumps gibt es nicht wirklich." "Das war aber wirklich, widersprach Pooh. Ich fühlte, wie es mit seinr blauen Nase an mir herumschnüffelte. Und es hat gesagt, das er mich auffressen würde."
"Wenn sich in deinem Haus tatsächlich ein Heffalump versteckt hat, werden Ferklel und ich dir helfen, es zu finden", sagte Christopher Robin. "Mü.müssen wir? Äh, ich meine ....na klar", stammelte Ferkel,


Heffalump

Die drei Freunde bildeten einen Suchtrupp, um das schreckliche Heffalump zu finden und aus Poohs Haus zu verjagen.
Sie schauten unter Poohs Bett. Sie schauten hinter seinen Spiegel. Sie hoben die Tischdecke hoch und schauten unter den Tisch. Sie öffneten seinen Vorratsschrank. Alle zehn Honigtöpfe standen noch genau so auf den Regaken, wie Pooh sie hingestellt hatte. Pooh kratzte sich hinter dem Ohr. " Dann war es wohl doch nur ein Traum", sagte er. "Aber warum kam mir alles so wirklich vor?"
Träume scheinen manchmal wirklich zu sein", erklärte Christopher Robin. "Aber sie geschehen nur in deinem Kopf."
"Oh", sagte Pooh, aber wenn ich schlafe, wie kann mein Kopf da ein Heffalump erfinden?"
"Wenn dein Körper in der Nacht schläft, bleibt dein Gehirn trotzdem einen Teil der Zeit wach", erklärte Christopher Robin. "Und dann träumst du!", rief Ferkel. "Richtig", sagte Christopher Robin. " Und wenn du sehr müde bist oder dir wegen etwas große Sorgen machst, kann ein Traum auch zu einem bösen Traum werden."
"Ich war ein wenig besorgt", gab Pooh zu und dachte an Tiggers Warnung. "Und jetzt bin ich schrecklich müde. Aber ...."
Ferkel brachte Pooh in Bett. ".... aber was, wenn mein Kopf das Heffalump wieder erscheinen lässt?" fuhr Pooh fort. "Dann ist es dein Traum", erwiderte Christopher Robin. "Alles liegt in deiner Macht. Wenn es zurückkommt, schaust du ihm fest in die Augen und sagst: Heffalump- verschwinde! Heffalump, verschwinde.... Heffalump, verschwinde.... Heff....ver...", wieholte Pooh so lange, bis er wieder tief und fest eingeschlafen war. Ferkel und Christopher Robin schlichen auf Zehenspitzen hinaus.
"Plötzlich wurde Poohs Haus wieder wie von einem Erdbeben erschüttert. Ein großes rotes Heffalump stapfte geradwegs zu Poohs Bett.
Ho-Ho!", rief es mit Grabesstimme.
He-Heffalump ver-ver....
He-He...fa-fa....", versuchte es Pooh. Das Heffalump war verwirrt. "Wie?", fragte es.
"Verschwinde!", sagte Pooh mit fester Stimme.
Das Heffalump erstarrte. Seine Lippen begannen zu zittern. Seine Augen füllten sich mit Tränen.
"Was hast du denn?", fragte Pooh.
"Ich wollte doch nur einen kleinen Imbiss haben, weiter nichts", schluchzte das Heffalump. "Und du schickst mich - schnüff - einfach weg!"
Da tat es Pooh leid, dass er so grob zu dem Heffalump gewesen war. "Mir knurrt auch ein wenig der Magen", sagte er. "Sollen wir uns einen Topg Honig teilen?"
Das große Heffalump sah ziemlich albern aus, als es auf einem von Poohs kleinen Stühlchen saß. Aber das schien ihm nichts auszumachen.
Dieses Mal träumten Pooh und das Heffalump gemeinsam einen süßen Traum.


Gib Acht bei Fremden, Winnie Pooh



Eines schönen Tages saßen Winnie Pooh und Ferkel in ihrer Grübelecke. Zufällig kam in diesem Augenblick Christopher Robin des Wegs.
Wo gehst du hin?, fragte Pooh.
Zu meiner Großmutter zum Mittagessen". antwortetet Christopher Robin.
Du traust dich ganz allein aus dem Hundert-Morgen.Wald hinaus?", fragte Ferkel.
Meine Eltern meinen, dass ich jetzt alt genug bin", sagte Christopher Robin. "Ich weiß, dass ich es kann."
Ferkels Ohren zuckten so heftig, dass er daran ziehen musste, um sie ruhig zu halten,. "Ist es ungefährlich?"
"Natürlich", sagte Christopher Robib. " Es sut ein irres Gefühl, ab und zu allein loszuziehen."
"Keine Angst?", fragte Ferkel.
Anfangs hatte ich ein bischen Angst", sagte Christopher Robin. "Aber meine Mutter hat Sicherheitsregeln für mich aufgeschrieben. Wenn man die kennt, hat man auch allein überhaupt keine Angst."
Könnten wir diese Regeln auch lernen?", fragte Pooh.
Du kannst das vielleicht, Pooh", sagte Ferkle. Aber so ein kleines Tier wie mich ist es schwierig."
"Du bist zwar klein", sagte Christopher Robin, "aber auch du kannst die Sicherheitsregeln lernen. Das Allerwichtigste ist - sprich niemals mit Fremden!"
Meinst du Leute, diefremd aussehen?", fragte Pooh.
Dummer, alter Bär", sagte Christopher Robin. "Ein Fremder ist jemand, den du nichz kennst." "Ich kenne Ferkel", sagte Pooh. " Und Ferkel kennt mich."
"Genau", sagt5e Christopher Robin, " und wir alle kennen Tigger, Eule, Rabbit, Kanga und Ruh." "Und I-aah", sagte Ferkel. "Und I-aah§, ergänzte Christopher Robin rasch. Das sind keine Fremden."
"Warum sollen wir nicht mit Leuten reden, die wir nicht kennen?", fragte Ferkel. "Sind die gefährlich?"
"Außerhalb des Hundert-Morgen-Waldes gibt es viele, viele Leute", erklärte Christopher Robin. "Hunderte?", fragte Pooh. "Tausende, Abertausende", sagte Christopher Robin. "Die meisten sind nett. Aber ein paar eben nicht". "Wie kann man wissen, wer nicht nett ist?", fragte Pooh.
Man sieht es einem Fremden nicht an, ob er gut oder böse ist", sagte Christopher Robin. "Deshalb sollten wir auf keinen Fall mit Fremden reden."
"Das klingt nicht besonders freundlich", sagte Pooh. "Zu deinen Freunden kannst du immer freundlich sein", sagte Christopher Robin. "Es ist schön, zu Freunden freundlich zu sein", lächelte Ferkel. "Stimmt", sagte Christopher Robin. "Aber zu Fremden solltest du niemals freundlich sein."


Niemals....", murmelte Pooh nachdenklich. "Wir unterhalten uns später darüber." sagte Christopher Robin und eilte weiter. "Ich möchte nicht zu spät zum Essen kommen!" Nun, das Wort "Essen" erinnerte Pooh daran, dass auch er sich nicht zu seinem Essen verspäten wollte. Also lud er Ferkel zu sich nach Hause ein, zu Honig und Nüssen.
Pooh widmete sich gerade seinem dritten Honigtopf, als Ferkel aufschaute und lauschte. W-was war das?", fragte Ferkel. "Genau das frage ich mich auch", sagte Pooh. "O Pooh", sagte Ferkel. "Glaubst du, das ist ein.... FRemder?" "Könnte sein", sagte Pooh. "Manchmal ist es einer, manchmal nicht."
Tatt! Tapp! Tapp!, erklang das Geräusch.
"Ich glaunbe, da klopft jemand an die Tür", sagte Ferkel. "Bist du das, Tigger?", rief Pooh. Aber Tigger war es nicht. "Komm herein Rabbit!", sagte er. Aber Rabbit kam nicht. "Vielleicht will uns jemand nur einen Topf Honig bringen?", meinte Pooh. Er wollte die Tür öffnen. "Nein!", rief Ferkel. "Und wenn es jemand ist, den wir nicht kennen? Denk daran, was Christopher Robin gesagt hat."
Ferkel schon einen Stuhl zu Poohs Fenster herüber. Er stellte sich auf den Zehenspitzen und spähte nach draußen. "Es ist ein ganz fremdes Tier", rief Ferkel. Mit einem gelben, glänzenden Kopf und großen, runden Augen!" Jetzt schaute auch Pohh hinaus. Bäng! Bäng! Bäng! Das fremde Tier hämmerte Nägel in ein langes Brett.
Pooh begann zu kichern. "Es sieht wirklich fremd aus, aber es ist kein Fremder. Das ist Mulle. Ich hatte ganz vergessen, dass ich ihn gebeten hatte, mein Schild wieder festzunageln."
"Esss ssssitzt alesss fessst!", lispelte Mulle, als Pooh die Tür öffnete.
Vielen Dank, Mulle", sagte Pooh. "Möchtest du ein Tässchen Tee?" "Ein Schlückchen wäre wirklich nicht schlecht", sagte Mulle, nahm seinen Helm und seine Schutzbrille ab und wischte sich über die Stirn.
Pooh hatte gerade den teekessel aufgesetzt, als wieder klopfte. "Wer ist da?", rief Pooh. Ich bin`s, Christopher Robin!", rief Christopher Robin.
Pooh öffnete die Tür. "Pooh, du bist wirklich ein sehr schlauer Bär", sagte Christopher Robin. "Wirklich?", fragte Pooh. " Was habe ich gemacht?" "Du hast eibe zweite Sicherheitsregel ganz allein gelernt", sagte Christopher Robin. "Vergewissere dich immer, dass du die Person kennst, bevor du die Tür öffnest." "Mein Freund Ferkel hat mir ein wenig geholfen", sagte Pooh. Ferkel lächelte stolz.
Großmutter hat mir eine Tüte Honigkekse geschenkt. Ich soll sie mit meinen Freunden teilen", sagte Christopher Robin. "Genau rechtzeitig zum Tee", erklärte Mulle. "Mmm!", machte Ferkel. "Deine Großmutter bäckt leckere Kekse."
Die besten Kekse der ganzen Welt", sagte Christopher Robin. "Könnten wir morgen wieder welche bekommen?", fragte Pooh mampfend. "Jetzt kennt ihr die Sicherheitsregeln", erklärte Christopher Robin. "Da könnt ihr morgen zu meiner Großmutter mitkommen, und dann fragen wir sie gemeinsam."


Christopher Robins Sicherheitsregeln



Sprich nicht mit Fremden.
Fahre nie mit Fremden im Auto mit.
Nimm keine Geschenke von Fremden an.
Öffne Fremden nicht die Tür, wenn du allein zu Hause bist.


Pooh besucht seine Nachbarn



Es ist ein wundervoller Tag in der Nachbarschaft", sagte Eule.
"Hier ist auch ein schöner Tag", erwiderte Winnie Pooh. "Das sag ich doch", meinte Eule. "Ein wundervoller Tag in der Nachbarschaft." "Von welcher Nachbarschaft redest du eigentlich?", fragte Pooh. "Na, von unserer Nachbarschaft eben, von der Gegende, in der wir leben und wo alle unsere Nachbarn wohnen und nachbarnschaftlich miteinander umgehen", erklärte Eule. "Verstehe", sagte Pooh. " Und heute ist wirklich ein wunderschöner Tag."
"Genau", sagte Eule. " Und jetzt betrachte ich mir unsere Nachbarschaft mal aus der Eulenperspektive!" Eule flog in die Höhe und kreiste einmal um Winnie Poohs Haus. "Wie sieht es von dort oben aus?", rief Pooh zu Eule hinauf. "Ich kann den ganzenHundet-Morgen-Wald unter mir sehen!", rief Eule zurück. "Es ist wirklich ein wunderschöner Ort."
Als Eule davongeflogen war, dachte Pooh darüber nach, was es bedeutet in einer Nachbarschaft zu leben. Schließlich beschloss er seinem Freund Ferkel, der auch sein nächster Nachbar war, ein nachbarschaftliches Geschenk zu bringen. Er nahm einen Honigtopf aus seinem Vorratsschrank und schmückte ihn mit einem hübschen blauen Seidenband.
Pooh nahm den Honigtopf unter den Arm und stapfte los zu Ferkels Haus. Aber als er an seiner Grübelecke vorbeikam, die auf halbem Weg zwischen seinem und Ferkels Haus lag, fiel ihm plötzlich etwas ein. Statt direkt zu Ferkel zu gehen, könnte ich auch einen Rundgang durch die ganze Nachbarschaft machen, dachte er. Früher oder später führt der Weg dann auch an Ferkels Haus vorbei. Gedacht, getan!
Als er eine Weile gegangen war, kam er zu dem Häuschen, in dem Kanga und Klein-Ruh wohnten.
"Hallo, Kanga!", sagte Pooh. "Ich bin mit diesem nachbarschaftlichen Geschenk auf dem Weg zu Ferkel."
"Aber Pooh, du Dummerchen, Ferkel wohnt doch dort drüben", sagte Kanga und zeigte in die Richtung, aus der Pooh gekommen war. "Ich weiß", erwiderte Pooh, " aber heute werde ich den längeren Weg gehen." "Verstehe", sagte Kanga. " Aber dann solltest du vielleicht erst eine Kleinigkeit zusammen mit uns essen." "Ja, kommt mit Pooh!", rief Ruh. "Gehen wir zu unserer Picknickwiese."


Pooh verspürte tatsächlich ein gewisses Hungergefühl. Also gingen die drei Freunde erst an der Sandkuhle vorbei, wo Klein-Ruh immer spielte, und dann weiter zu ihrer Picknickwiese. Eine halbe Stunde - und einen leer gegessenen Picknickkorb - später bedankte sich Pooh bei Kanga, nahm seinen Honigtopf unter dem Arm und gingg weiter zu Rabbits Haus.
Hallo, Rabbit", rief Pooh. "Ich bin auf dem Weg zu Ferkel, um ihm dieses nachbarschaftliche Geschenk zu bringen".
"Wenn du zu Ferkel willst, warum kommst du dann hier vorbei?", fragte Rabbit. "Weil ich heute den längeren Weg gehe", erklärte Pooh. "Wohl eher den falschen Weg, wenn du mich fragst", erwiderte Rabbit. " Aber da du schon mal hier bist, könntest du bitte diese Mohrrüben zu Christopher Robin bringen? Ich habe ihm versprochen, das er sie bis zum Mittagessen bekommt."
Bei dem Wort "Mittagessen" fing Poohs Magen schon wieder an zu knurren. "Klar, mach ich gern", sagte er.


Mit den Mohrrüben unter dem einen und dem Honigtopf unter dem anderen Arm ging Pooh weiter, bis er zu der Stelle kam, wo man dank einiger "Tretsteine" trockeenen Fußes den Fluss überqueren konnte. "Eins, zwei, drei, vier", zählte Pooh, während er von Stein zu Stein tapste. Etliche von Rabbits Freunden und Verwandten schauten aus den Türen oder Fenstern ihrer Wohnungen. "Hallo!", rief Pooh, und Rabbits Freunde unde Verwandte winkten ihm freundlich zu.
Pooh wanderte über mit Heidekraut bewachsene Hänge und steinige Hügel, bis er sachließlich müde und hungrig bei Christopher Robin ankam.
"Oh, meine Karotten!", freute sich Christopher Robin. "Danke das du sie mir gebracht hast."
"Das war doch nur ein nachbarschaftlicher Gefallen", erwiderte Pooh stolz.
"Möchtest du mit mir zusammen Mittag essen?", fragte Christopher Robin. " Na ja, ich wollte gerade zu Ferkel, um ihm dieses Geschenk zu bringen", sagte Pooh, " aber eine kleine Pause könnte ich trotzdem machen." Nach dem Essen und einem langen Mittagschläfchen machte Pooh sich wieder auf den Weg.


Er nahm den Weg durch den kleinen Tannenhain und kletterte über den Zaun zu I-aahs Trübsals-Weide, wo I-aah lebte.
"Hallo, I-aah", sagte Pooh. "Ich bin mit diesem nachbarschaftlichen Geschenk auf dem Weg zu Ferkel..."
"Du kommst also nicht, um mich zu besuchen? Das hätte ich mir denken können", seufzte I-aah.
"Auch Tigger hüpfte vor ein paar Tagen nur zufällig auf mich drauf, als er auf dem Weg zum Badeplatz hier vorbeikam."
Pooh fühlte sich ziemlich schuldbewusst und bot I-aah an, ein wenig von seinem Honig zu naschen. Pooh öffnete den Topf und I-aah schaute hinein. Dann hob er den Kopf und blickte Pooh fragend an. Pooh schaute auchin den Topf und stellte fest: "Leer!"
"Ja, sieht so aus", sagte I-aah. "So was Dummes", seufzte Pooh niedergeschlagen, als er weiterging. "Wie soll ich Ferkel nur erklären, dass er mein nachbarschaftliches Geschenk für ihn nicht bekommen wird?"
Pooh hatte fast die Stelle erreicht, wo es kein Wuzzel gab. Er wollte schon in einem großen Bogen darum herumgehen, falls er doch ein Wuzzel geben sollte, als Eule angeflogen kam. "Ich habe heute unsere ganze Nachbarschaft besucht", erklärte Pooh Eule. " Aber jetzt habe ich kein nachbarschaftliches Geschenk mehr für Ferkel." - Die Bienen bei dem alten Bienenbaum waen sehr fleißig in letzter Zeit", meinte Eule. "Vielleicht kannst du dort deinen Topf auffüllen." - Das ist eine gute Idee. Wenn nur der Weg dorthin nicht so weit wäre!", seufzte Pooh. "Folhe mir!", forderte Eule Pooh auf. "Ich kenne eine Abkürzung durch den Wald."
Nachdem Pooh eine ganze Weile hinter Eule hergestapft war, geangten sie zu einer Lichtung in der Mitte des Waldes, und mitten auf dieser Lichtung stand der alte Bienenbaum. Pooh konnte die Bienen irgendwo ganz oben am Stamm summen hören. Er bekann an dem Stamm hochzuklettern. "Noch höher rauf!", feuerte ihn Eule an. An den Bienen vorbei bis hinauf in die Baumkrone! So, und jetzt schau dich mal um! Was siehst du?"


Der Hundert-Morgen-Wald lag ausgebreitet unter ihm. "Unsere Nachbarschaft!", rief Pooh. "Unsere wunderschöne Heimat!" - Das ist die Eulenperspektive", erklärte ihn Eule. "Oh, ich sehe auch den armen Ferkel! Er fegt den Weg vor seinem Haus und sieht so aus, als könnte er ein wenig Gesellschaft brauchen.
Pooh füllte schnell seinen Honigtopf noch einmal auf, bevor er sich zusammen mit Eule auf den Weg zu Ferkels Haus machte.


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