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Der einsame Baum

Auf einem Berg steht einsam ein mächtiger Baum.
Er hat viele Äste und Zweige.
Aber irgend etwas stimmt an seinem Aussehen nicht.
Aber was ist es nur?
Ich schaue ihn genauer an. Da sehe ich es.
Es fehlen die grünen Blätter an seinen Zweigen.
Der Baum sieht sehr traurig aus, als wenn er keine Kraft mehr hat.
Seine Zweige hängen kraftlos und schlaff an ihm herunter.
Aber seine Rinde ist sehr stark. In ihr schlummert der Saft des Lebens.
Der ist lebenswichtig für seine Blätter und Zweige.
Vielleicht weiß er es nur nicht oder er hat es es einfach vor Einsamkeit vergessen.
Ich überlege, was ich tun kann für ihn.
Am nächsten Tag komme ich mit einem jungen, kräftigen Baum zu ihm.
Ich pflanze ihn direkt in seine Nähe.
Dieser junge Baum soll ihm Kraft geben.
Den nächsten Tag kann ich kaum erwarten.
Aber was ich dort sehe, kann ich kaum glauben:
Der traurige Baum hat seinen Äste gehoben und was noch schöner ist,
es sind ein paar grüne Blätter zu sehen.
Der kleine Baum, den ich gepflanzt habe,
hat ihm wieder Kraft und Lebensmut gegeben.
Der kleine Baum hat dem mächtigen Baum gezeigt,
dass es sich lohnt, für sein Leben zu kämpfen,
auch wenn es noch so schwierig ist.
Auch wenn man einsam und allein ist,
sollte man nie an sich zweifeln und aufgeben.
Das hatte der mächtige Baum vor Selbstmitleid und Einsamkeit vergessen.
Durch sein strahlendendes und leuchtendes Grün lockt er die
Menschen und Tiere an, die Ruhe und Erholung suchen.
Auch der kleine Baum wird bewundert.
So nah an dem großen mächtigen Baum wirkt er wie
ein kleiner Freund von dem großen Baum.
Es scheint den Menschen, als wenn der kleine Baum
dem großen mächtigen Baum Kraft gibt.
Das macht der kleine Baum auch.
Er weiß, dass der große mächtige Baum ihn braucht.
Er weiß, dass Einsamkeit traurig macht.
Deshalb erstrahlen beide Bäume in leuchtendem Grün.


Der Strafzettel

Denk doch bei der nächsten Heimfahrt mal an diese Geschichte:

Andi schaute kurz noch einmal auf das Tachometer, bevor er langsamer
wurde: 79 innerhalb einer Ortschaft. Das vierte Mal in 4 Monaten.
Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden? Als er sein Auto auf

10 km/h
abbremste, fuhr Andi rechts ran.

Der Polizist, der ihn angehalten hatte, stieg aus seinem Auto aus. Mit
einem dicken Notizbuch in der Hand. Christian? Christian aus der Kirche?
Andi sank tiefer in seinen Sitz.

Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle
erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der etwas
Angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen, der morgen
Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang, erblickte er den
Polizisten, den er jeden Sonntag in der Kirche sah. Er hatte erst nur
den Mann in Uniform gesehen.

"Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!"

"Hallo Andi." Kein Lächeln.

"Ich sehe du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um
meine Frau und Kinder zu sehen."

"Ja, so ist das." Christian, der Polizist schien unsicher zu sein.
"Ich bin in den letzten Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich
denke auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen
habe." Andi war nervös und ungeduldig. " "Verstehst du, was ich meine ?"

"Ich weiß, was du meinst. Ich weiß auch, dass du soeben ein Gesetz
gebrochen hast."

Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern. "Bei
wie viel hast du mich erwischt?"

"Siebzig. Würdest du dich bitte wieder in dein Auto setzen?"

"Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort auf den Tacho
geschaut, als ich dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h
geschätzt!" Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.

"Bitte Andi, setz dich wieder in dein Auto."

Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Türe. Ein Knall
und die Tür war zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian war
fleißig am schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Christian nicht
Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würden
einige Sonntage vergehen, bis er sich in der Kirche wieder neben diesen
Polizisten setzen würde.

Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi
öffnete das Fenster, maximal 5cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu
nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch. "Danke." Andi konnte die
Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Christian setzte sich
wieder ins Auto ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und schaute
durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf. Was würde ihn
dieser Spaß wieder kosten?

Hej! Warte mal! War das ein Witz? Dies war kein Strafzettel.

Andi las:
"Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre
alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist
zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate
Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den
Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben. Ich hatte
nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor
ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausendmal habe ich versucht
diesem Mann zu vergeben. Tausendmal habe ich gedacht, ich hätte es
geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder
an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte
vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe. Gruß Christian"

Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die
Straße wieder runter. Andi schaute bis er nicht mehr zu sehen war. Erst
ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um
Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und
Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.


Die Welt und DU

Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohner reduzieren würden, aber auf die Proportionen aller bestehenden Völker achten würden wäre dieses Dorf so zusammengestellt:
57 Asiaten
21 Europäer
14 Amerikaner (nord u. süd)
8 Afrikaner
52 wären Frauen
48 wären Männer
70 Nicht-weiße
30 weiße
70 nicht Christen
30 Christen
89 heterosexuelle
11 homosexuelle
6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen und alle 6 Personen kämen aus den USA.
80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
70 wären Analphabeten
50 wären unterernährt
1 würde sterben
2 würden geboren
1 hätte einen PC
1 (nur einer) hätte einen akademischen Abschluss

Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und Bildung notwendig ist. Denkt auch darüber nach.

Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.

Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.

Falls Du in die Kirche gehen kannst, ohne die Angst, dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet oder Dich umbringt, bist Du glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt.

Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.

Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst Du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.

Falls Du diese Nachricht liest, bist Du doppelt gesegnet worden, denn
1. Jemand hat an Dich gedacht und
2. Du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen die nicht lesen können.

Und... Du hast einen PC!

Einer hat irgendwann mal gesagt:
Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen,
Liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt,
Tanzt, als würde keiner hinschauen,
Singt, als würde keiner zuhören,
Lebt, als wäre das Paradies auf der Erde.

Schickt diese Mail an alle, die Du Freunde nennst.

Wenn Du sie nicht weiter schickst, wird nichts passieren, wenn Du sie weiter schickst wirst Du von jemandem ein Lächeln erwerben.
Eigentlich geht es uns doch sehr gut...!!




Du findest dein Leben nicht o.k.?

Denke kurz darüber nach und beachte besonders den vorletzten Satz!
Wofür wir dankbar sein sollten, es aber oft nicht einmal registrieren:
- den Partner, der dir jede Nacht die Decke wegzieht,
weil es bedeutet, dass er mit keinem anderen unterwegs ist.
- das Kind, das nicht sein Zimmer aufräumt und lieber fern sieht,
weil es bedeutet, dass es zu Hause ist und nicht auf der Straße.
- die Steuern, die ich zahlen muss,
weil es bedeutet, dass ich eine Beschäftigung habe.
- die riesige Unordnung, die ich nach einer gefeierten Party aufräumen muss,
weil es bedeutet, dass ich von Freunden umgeben war.
- die Kleidung, die einmal zu eng geworden ist,
weil es bedeutet, dass ich genug zu essen habe.
- den Schatten, der mich bei meiner Arbeit "verfolgt",
weil es bedeutet, dass ich mich im Sonnenschein befinde.
- den Teppich, den ich nicht saugen muss und die Fenster, die geputzt werden müssen, weil es bedeutet, dass ich ein Zuhause habe.
- die vielen Beschwerden, die ich über die Regierung höre,
weil es bedeutet, dass wir die Redefreiheit besitzen.
- die Straßenbeleuchtung, die so endlos weit von meinem Parkplatz weg ist,
weil es bedeutet, dass ich laufen kann und ein Beförderungsmittel besitze.
- die hohe Heizkostenrechnung,
weil es bedeutet, dass ich es warm habe.
- die Frau hinter mir in der Kirche, die so falsch singt,
weil es bedeutet, dass ich hören kann.
- den Wäscheberg zum Waschen und Bügeln,
weil es bedeutet, dass ich Kleider besitze.
- die schmerzenden Muskeln am Ende eines harten Arbeitstages,
weil es bedeutet, dass es mir möglich ist, hart zu arbeiten.
- den Wecker, der mich morgens unsanft aus meinen Träumen reißt,
weil es bedeutet, dass ich am Leben bin.
- und schließlich die vielen nervenden E-Mails,
weil es bedeutet, dass ich Freunde habe und es genügend Menschen gibt,
die an mich denken.

Und solltest du glauben, dein Leben wäre "beschissen", dann lies dies nochmals!



Kleine Geschichte für liebe Menschen!

Zwei reisende Engel machten halt,
um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen.
Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln,
im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.
Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten,
sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, "Warum",
antwortete der ältere Engel:
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen,
aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.
Nachdem dem wenigen Essen gingen die Engel in ihrem Bett schlafen,
wo sie gut schliefen.
Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm,
fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war,
lag tot auf dem Feld.
Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel,
wie er das habe geschehen lassen können?
"Der erste Mann hatte alles,
trotzdem hattest du ihm geholfen," meinte er anklagend.
"Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben."
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen",
sagte der ältere Engel.
"Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten,
bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte.
Weil der Eigentümer so von Gier besessen war
und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte,
versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.
Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen,
kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen.
Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.
Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
Manchmal ist das genau das, was passiert,
wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten.
Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen,
dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist.
Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...


Gezeiten des Lebens

"sag' mir", fragt das Herz die Seele, " sag mir bitte, warum ich in diesem Leben so oft verschieden schlagen muss!"
"weißt du, kleines, es bestimmen die Gezeiten die Heftigkeit deiner Reaktionen." weiß die Seele zu antworten.
"die Gezeiten?" fragt das Herz nach, "du meinst, das auf und ab im leben eines Menschen?"
"ja….das auf und ab im leben eines Menschen. frag' das Gefühl, meine Schwester….es wird dir genauer erklären können!"
und so wendet sich das Herz an das Gefühl.
"sag' mir, Gefühl….du kannst mir verständlich machen, warum ich im Leben derart unterschiedlich schlagen muss?"
"aber ja, mein Herz, ich vermag es dir zu sagen." antwortet das Gefühl.
"es bedingt immer einer gewissen Erscheinung, die mich dich veranlasst, deinen Rhythmus zu ändern."
Erstaunt schaut das Herz sein Gefühl an: "aber….was hat ein Außenstehendes mit uns zu tun?"
Lächelnd streicht das Gefühl seinem Herzen über sein Haar…..
"es gibt Seelen, die berühren mich derart stark, dass ich mit meiner Reaktion diese willkommen heissen muss, oder aber mich abwenden lässt….und so schlägst auch du um, weil du mich spüren kannst und meinen Eindrücken auf deine Art Nachdruck verleihst. Und das macht uns perfekt."
"mhhh…." grübelt das Herz…"aber…woher nimmst du denn diese Eindrücke?" möchte es wissen.
"es ist die Fähigkeit, uns jedermann nahe zu lassen…..oder ihn von uns abzustossen."
"ich habe doch schon so oft heftig reagieren müssen….das waren die Menschen, die du zulassen konntest?" bohrt das Herzchen.
"ja…und am heftigsten war es immer, wenn wir in Übereinstimmung mit Seele und Geist jemanden in uns herein gelassen haben….."
"HALT!!" meldet sich der Gedanke.
"wenn es So war, habt ihr oft nicht auf mich gehört!"
"na na…" beschwichtigt die Seele, "hattest du denn nicht auch wohlgefallen an dem, was das Gefühl annahm?"
"schon," lenkt der Gedanke ein, "aber es war stets zu vehement, unser liebes Gefühl!"
"aber nein", antwortet dieses, "warum sollten wir das Glück denn entbehren? Auch, wenn es sehr bald weitergehen musste? Sind es nicht die Momente, die uns immer wieder leben lassen?"
"….auch, wenn es nur für eine kurze Zeit andauern sollte….es gilt, das Glück zu erfahren, nicht zu halten, wenn es weiterwandern muss" ergänzt die Seele.
"ach!!....und dann muss ich so arg schlagen?" will das herz wissen.
"ja….das soll so sein!" flicht das Gefühl ein.
"ja…aber….wo sind denn all die, die mir einst derart zugesetzt haben?" stammelt das Herz
"die, mein kleines Herz, die haben ein anderes Ziel gefunden." beruhigt der Verstand
Seufzend legt das Gefühl seine arme um die Seele und schaut auf seine alten Wunden.
"ja….die Gezeiten des Lebens….man darf sie immer nur Händeln, man kann sie nie beeinflussen! Dies übernehmen Sonne, Mond und Sterne! Und sammeln wollen wir uns in bitterer Zeit und offen sein für die kommende süsse….dem Licht des Lebens, seinem sinn und dem wohlgefallen und der Schönheit unseres seins."

Es war einmal ein Herz...

das schlug 100.000 Mal am Tag
- nicht mehr und nicht weniger.
Es schlug nun einmal soviel wie es nötig war.
Das Herz war nicht von der gleichen feuerroten Farbe wie all die anderen Herzen,
sondern besaß nur ein schwaches blass rosa.

Das schlimme war,
dass es mit der Zeit immer mehr an Farbe verlor.
Der Lebenskampf hatte es geschwächt
und obwohl es noch nicht sehr alt war,
hatte es schon viele Falten.
Eines Tages war es auf die Idee gekommen einen Verschlag um sich zu bauen.
So suchte es den härtesten Stein für die Wände,
dass massivste Holz für das Dach
und den stärksten Stahl für die Tür.
Nur so,
dachte das Herz,
konnte niemand mehr hinein zu ihm
und es verletzen
- niemand konnte es mehr zerreißen.
Endlich war es sicher.

Nun saß das kleine Herz in seinem Verschlag,
lugte hinaus durch die Fugen im Stein
und hörte über sich das knacken des Holzes.
Es ist ziemlich dunkel und kalt dachte sich das Herz.
Aber es schloss einfach die Augen und tat was es immer tat
- schlagen.
- 100.000 Mal am Tag.
Vor lauter Langeweile zählte das Herz jeden Schlag mit,
bis es ihm überdrüssig wurde.
So vergaß es manchmal einen Schlag zu tun.
Das Herz fragte sich,
was es überhaupt noch für einen Sinn hatte zu schlagen.
Was das Herz vergessen hatte war,
dass es sich zwar in Sicherheit vor allem Bösen befand,
es niemand mehr verletzen und enttäuschen konnte,
dass aber auch niemand mehr hineinkommen würde,
der mit ihm lachen täte,
jemand der Purzelbäume mit ihm schlagen würde
und es wärmte.
Nach einiger Zeit fing das Herz an darüber nachzudenken.
Es merkte einen fatalen Fehler begangen zu haben.
Mit aller Kraft versuchte es die Stahltür aufzudrücken,
doch sie war zu schwer,
als das sie sich bewegen ließ.
So begann es gegen die Steinwände zu hämmern,
doch außer, dass sich ein paar Brocken lösten,
passierte nichts.
Der Stein war zu gewaltig.
Als es sich am Dach zu schaffen machte,
zog es sich nur einen dicken Splitter zu.
Panikartig saß das kleine Herz in seinem selbst gebauten Gefängnis
und schlug mindestens doppelt so schnell wie sonst.
Wie konnte es nur den Schlüssel
in all seiner Trauer vergessen?
Das Herz verfluchte sich für sein elendes Selbstmitleid.
Wie gern würde es sich jetzt den Stürmen des Lebens hingeben,
sich vor Angst zusammenkrampfen,
vor Freude hüpfen, wenn es nur könnte.
Es schaute durch das Schlüsselloch hinaus in die Welt
und sah die anderen Herzen.
Einige waren blass, so wie es selbst.
Sie schlichen durchs Leben geduckt und allein.
Andere wiederum sprangen in leuchtendem Rot
- Hand in Hand über Stock und Stein,
unerschrocken und gestärkt vom anderen.
Doch was das Herz dann sah ließ es staunen
und es konnte seine Tränen nicht verbergen.
Da lagen Herzen im Staub mit Füßen getreten.
Sie waren weiß und regten sich kaum noch.
Sie schlugen vielleicht noch 20 Mal am Tag.
Niemand kümmerte sich um sie,
denn auch sie hatten einmal den Schlüssel
ihres Gefängnisses so gut versteckt,
dass niemand ihn fand.
Da fühlte das Herz zum 1. Mal,
dass es ihm noch gar nicht so schlecht ging.
Noch war es rosa und noch fühlte es etwas.
Es musste nur diesen Schlüssel finden zu seiner Stahltür.
So machte es sich auf die Suche
und probierte alle Schlüssel die es finden konnte.
Es probierte sogar Schlüssel,
von denen es von Anfang an wusste,
dass sie nicht passen würden.
Nach einiger Zeit merkte das Herz,
dass es wieder einen Fehler begangen hatte.
Es war zu unüberlegt,
zu krampfhaft an die Sache gegangen.
Es verstand, dass man das Glück nicht erzwingen kann.
Frei ist man nur, wenn man frei denken kann.
Das Herz entspannte sich erst einmal
und beschäftigte sich mit sich selbst.
Es schaute in den Spiegel
und begann sich so zu akzeptieren wie es war,
blassrosa und faltig.
Es spürte eine wohlige Wärme in sich aufsteigen
und eine innere Gewissheit,
dass es auf seine Art und Weise wunderschön war.
So fing es an zu singen,
erst ganz leise und schnurrend
und nach und nach immer lauter und heller,
bis es ein klares zwitschern war,
wie das eines Vogels am Himmel.
Durch den hellen Ton begann der Stein an einer Stelle nachzugeben.
Mit riesengroßen Augen starrte das Herz auf diese Stelle,
wo ein goldenes Schimmern zu erkennen war.
Das Herz traute seinen Augen nicht.
Da war der Schlüssel,
den es damals mit in den Stein eingemauert hatte.
Das hatte es durch all seinen Schmerz und Selbstmitleid vergessen
und jetzt wo es den Schlüssel in der Hand hielt,
fiel es ihm wieder ein,
wie es ihm vor all den Jahren so sicher erschien,
ihn nie wieder zu brauchen.
Langsam und voller bedacht den Schlüssel nicht abzubrechen,
steckte das Herz ihn ins Schloss.
Mit lautem gequietsche schob sich die schwere Stahltür zur Seite.
Das Herz machte einen Schritt nach draußen,
schloss die Augen und atmete tief die frische Luft ein.
Es streckte die Arme aus,
drehte und wendete sich,
blickte nach oben und nach unten
und hörte gespannt mal hierhin und mal dorthin.
Das Herz dachte,
wie schön das Leben doch sei,
machte einige Hüpfer und begab sich auf den Weg
um Freunde zu finden.
Den 1.,den es traf,
war ein lustiger Geselle,
der das Leben zum Schießen komisch fand
und über 1000 Freunde hatte.
Nachdem das Herz einige Zeit mit ihm verbrachte,
mit ihm alle erdenklich lustigen Sachen angestellt hatte,
merkte das Herz,
dass diesem "Freund" einiges fehlte;
- der Tiefgang.
Was war das für ein Freund,
mit dem es nur lachen aber nie weinen konnte?
Mit dem es nur durch
"Dick" aber nie durch "Dünn" gehen würde.
So zog das Herz weiter,
allein, aber reich an einer neuen Erfahrung.
Bis es auf eine Gruppe anderer Herzen stieß.
Es wurde direkt freundlich in ihre Mitte aufgenommen.
Es war ein ganz neues Gefühl von Zugehörigkeit.
Da war nun eine große Gruppe,
wie eine „Familie“ die zusammenhielt,
wo alle gleich waren.
Jeden Morgen standen sie zusammen auf,
tranken den gleichen Tee,
aßen vom gleichen Brot
und gestalteten jeden Tag gleich.
Das Herz war glücklich
- eine Zeitlang,
bis es spürte,
dass auch dies nicht das richtige Ziel sein konnte,
denn auch seinen vielen neuen Freunden fehlte etwas
- die Individualität.
In ihrer Mitte gab es keinen Platz für jemanden,
der Eigenständig war
und sein Leben selbst planen wollte.
Also löste das sich das Herz auch aus dieser Verbindung
und genoss sein eigenes Leben.
Es ging über 112 Wege,
um 203 Kurven
und 24 Berge und Täler,
bis es an einem Haus ankam,
dass mit Stacheldraht umzogen war.
Aus dem Schornstein quoll Rauch,
das hieß,
dass tatsächlich jemand in diesem Haus leben würde.
In einem Haus,
das nicht einmal Fenster hatte.
Bei dem Anblick fiel dem Herz ein,
wie es selbst einmal gelebt hatte.
Wie sehr es damals gehofft hatte,
dass jemand ihm helfen würde
und doch niemand sein stummes Flehen erkannt hatte.
Es wusste,
dass es ihm aus eigener Kraft gelungen war
und es war sehr stolz darauf.
Aber wie konnte es diesem armen Herzen helfen
aus seinem Verlies zu kommen?
So besorgte sich das Herz eine Drahtschere
und versuchte den Stacheldraht zu durchtrennen.
Aber nach einiger Zeit verließen es die Kräfte.
Auch dieses Herz hatte keine Mühe gespart,
für sich den stärksten Stacheldraht zu finden.
Obwohl das Herz das andere nicht sah und auch nicht hörte,
sondern nur ahnen konnte was das für ein Herz war,
fühlte es eine starke Bindung zu ihm.
So grub es ein Loch im Boden unter dem Stacheldraht,
um den anderen wenigstens nah zu sein.
So stand es vor seinem Haus,
vor der gleichen dicken Stahltür, wie einst seiner
und begann zu reden.
Tagelang, nächtelang stand es einfach nur da und redete.
Es erzählte von seinem Schicksal.
Erzählte ihm,
was ihm alles in seinem Leben widerfahren war
und es hörte ein Schluchzen hinter der dicken Tür.

Unermüdlich sprach das Herz weiter.
Über die lustigen Sachen,
die es mit seinem 1. „Freund“ erlebt hatte,
über die Wärme,
die es bei seiner „Familie“ erfahren hatte
und es vernahm ein leises glucksen von innen.
Erst leise,
bis es immer lauter sich in ein gellendes Lachen verwandelte.
Plötzlich sprach das Herz hinter der Stahltür zu ihm.
Es wollte hinaus zu ihm, und es sehen.
Es wollte mit ihm gehen und mehr mit ihm Lachen und Weinen.
Es wollte sich an seine Schulter lehnen,
sich an es drücken und es nie wieder verlassen.
Das Herz war glücklich endlich so jemanden gefunden zu haben,
aber was sollte es nur tun?
Wie auch bei ihm früher,
wusste das andere Herz nicht mehr,
wo es den Schlüssel versteckt hatte.
So faste das Herz den Entschluss loszugehen
um den Schlüssel zu suchen.
Nur wo sollte es anfangen?
Es lief ziellos umher,
suchte hinter Büschen,
auf Bäumen,
tauchte in Seen danach;
fragte alle die seinen Weg kreuzten,
aber niemand wusste Rat
und nirgends fand es den Schlüssel.
So ging es mit schwerem Herzen zurück zu der kleinen Hütte.
Krabbelte durch das Loch unterm Zaun
um die schlechte Nachricht zu überbringen.
Doch zu seinem Erstaunen,
fand es die schwere Stahltür geöffnet.
Wie war das möglich gewesen?
- dachte das Herz.
Plötzlich hörte es eine freundliche
und liebevolle Stimme hinter sich.
Da sah es ein kleines blass rosa Herz stehen,
mit glühenden Wangen.
" Ich habe hier auf dich gewartet "
- sagte das kleine Herz.
“Ich habe erkannt,
dass man es im Leben nur aus eigener Kraft schaffen kann,
aus seinem Gefängnis zu entkommen.
Doch so viel Kraft konnte ich nur durch dich erlangen.
Durch deine Liebe zu mir
und meiner Liebe zu dir
habe ich den Schlüssel zur Tür meines Herzens gefunden,
der mir gleichzeitig die Tür meines Verlieses öffnete“.
Sie nahmen sich an die Hand
und gingen von nun an alle Wege gemeinsam,
ihr Herzschlag im gleichen Rhythmus
bis an ihr Lebensende.


Meine kirchliche Hochzeit

Wenn ich wüsste

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich Dich einschlafen sehe, würde ich Dich besser zudecken und zu
Gott beten, er möge Deine Seele schützen.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich Dich zur Türe rausgehen sehe,
würde ich Dich umarmen und küssen
und Dich für einen weiteren Kuss zurückrufen.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist, dass ich Deine Stimme höre,
ich würde jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen damit ich sie Tag
für Tag wiedersehen könnte.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich einen Moment innehalten kann,
um zu sagen "Ich liebe Dich"
anstatt davon auszugehen, dass Du weisst,
dass ich Dich liebe.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich da sein kann, um den Tag mit Dir zu teilen,
weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird.
so dass ich diesen einen verstreichen lassen kann.

Es gibt sicherlich immer ein "morgen"
um ein "Versehen/Irrtum" zu begehen.
Und wir erhalten immer eine 2. Chance
um einfach alles in Ordnung zu bringen.

Es wird immer einen anderen Tag geben,
um zu sagen "ich liebe Dich".
und es gibt sicher eine weitere Chance,
um zu sagen: "Kann ich etwas für Dich tun?"
Aber nur für den Fall, dass ich falsch liegen sollte
und es bleibt nur der heutige Tag
möchte ich Dir sagen, wie sehr ich Dich liebe
und ich hoffe, dass wir nie vergessen.

Das "Morgen" ist niemandem versprochen,
weder jung noch alt
und heute könnte die letzte Chance sein
die Du hast, um Deine Lieben fest zu halten.

Also, wenn Du auf Morgen wartest
Wieso tust Du's nicht heute?
Falls das "Morgen" niemals kommt
wirst Du bestimmt bereuen,
dass Du Dir keine Zeit genommen hast,
für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss
und Du zu beschäftigt warst, um jemanden etwas zuzugestehen,
was sich im Nachhinein als sein letzter Wunsch herausstellt.

Halte Deine Lieben heute ganz fest
und flüstere ihnen ins Ohr
sag' ihnen, wie sehr Du sie liebst.
und dass Du Sie immer lieben wirst.

Nimm Dir die Zeit zu sagen "Es tut mir leid"
"Bitte verzeih' mir", "Danke", oder "Ist in Ordnung"
und wenn es kein "Morgen" gibt.
musst Du den heutigen Tag nicht bereuen.


Mein bester Freund ...

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau
und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus.
Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin.
Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.
"Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren.
Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie.
Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren.
Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!
Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen
Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden.
Seine Frau war gestorben.
Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen
besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.“
Ich denke immer noch an diese Worte.
Sie haben mein Leben verändert
Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger.
Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft,
ohne auf das Unkraut im Garten zu achten.
Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden
und weniger Zeit bei der Arbeit.
Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung
von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.
Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf.
Ich benutze täglich meine Kristallgläser.
Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke,
um in den Supermarkt zu gehen.
Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf,
wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben.
Sätze, wie z B. "Eines Tages ..." oder "An einem dieser Tage"
sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.
Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes
gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird
(ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen).
Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und engen Freunde angerufen hätte.
Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um
sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.
Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre
(ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
Es sind diese kleinen unerledigten Dinge,
die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste,
dass meine Tage gezählt sind.
Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben,
mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen sollen.
Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben,
die ich "an einem dieser Tage" schreiben wollte.
Genervt, meinem Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben,
wie sehr ich sie liebe.
Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr,
was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte.
Ich sage mir, dass jeder Tag etwas besonderes ist, jeder Tag,
jede Stunde sowie jede Minute ist etwas besonderes.


Lebensweisheit

Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12jährigen Sohn und einen Esel hatte.
Sie beschlossen zu verreisen, zu arbeiten und die Welt kennenzulernen. Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los.

Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: "Seht Euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist... er sitzt auf dem Esel und seine armen Eltern müssen laufen." Also sagte die Frau zu ihrem Mann: "Wir werden nicht zulassen, daß die Leute schlecht über unseren Sohn reden." Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf.

Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: "Seht Euch diesen unverschämten Mann an... er läßt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen läßt." Also ließen sie die Mutter auf das Lastentier steigen und Vater und Sohn führten den Esel.

Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: "Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, läßt er seine Frau auf dem Esel reiten. Und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!" Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort.

Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen: "das sind ja Bestien im Vergleich zu dem Tier, auf dem sie reiten. Sie werden dem armen Esel den Rücken brechen!" Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen.

Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als sie die Leute sagen hörten: "Schaut euch die drei Idioten mal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!"

Fazit: die anderen werden dich immer kritisieren und über dich lästern und es ist nicht einfach, jemanden zu treffen, der dich so akzeptiert wie du bist. Deshalb: leb so, wie du es für richtig hältst und geh, wohin dein Herz dich führt...


Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.
Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege sass, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als wuerde sie eine alte Bekannte grüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weisst doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
"Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weisst du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreissen. Und spüren das Reissen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh.
Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

"Ich bin die Hoffnung!"



Das Wüstenzimmer

Es ist ein Zimmer und eine Wüste zugleich

Es ist ein Zimmer und ist zugleich eine Wüste. Die kahlen Wände erheben sich fern und dunstig am Horizont. Rundum nichts als Sand, Hügel hinter Hügel, endlos nach allen Richtungen.
Hoch oben im Zenit hängt eine Weißglühende Sonne, oder ist es eine Lampe mit bläulich emailliertem Blechschirm?
Die Grellheit tötet alle Farben, sie lässt nur weiße Flächen und schwarze Schatten übrig. Das Skelett des Lichtes, blendend, unerträglich, mörderisch, der böse Glanz eines kosmischen Schweißapparates.

Das Zimmer hat zwei Türen, die riesenhaft in die blaue Glut des Himmels eingelassen sind, eine im Norden und eine im Süden über dem webenden Horizont.
Von der nördlichen Tür führt eine vielfach gewundene Spur kleiner Sandtrichter mitten in die Wüste. Hier bewegt sich ein Mann ameisenklein vorwärts. Bei jedem Schritt sinkt er bis über die Knöchel ein, er taumelt, er rudert mit den Armen.

Das ist der Bräutigam!

Sein Gesicht ist von der Sonne verbrannt, die Haut geplatzt und voller Blasen, die Lippen sind weiß von getrocknetem Speichel. Farbloses Ausgebleichtes Haar steht ihm wirr und starr um den Kopf wie Stroh. Seine Brille die ihm immerzu von der schweißnassen Nase rutscht schiebt er mit dumpfer Geduld immer wieder an Ihren Platz. In der linken Hand schwenkt er einen alten zerbeulten Zylinder. Der Hochzeitscutaway, den er trägt, mag ihm in vergangenen Zeiten einmal gepasst haben, nun aber ist er ihm viel zu groß, die Schöße hängen ihm bis auf die Fersen. Der Stoff ist schäbig geworden und zerfällt an gewissen Stellen. Das Hemd ist ihm aus der Hose gerutscht, denn auch die ist zu weit und er muss sie alle drei Schritte hochziehen.
Ein Fuß steht in einem Lackschuh, dessen Sohle sich löst, der andere Fuß ist mit einem schmutzigen Taschentuch umwickelt, um ihn wenigstens ein klein wenig gegen die Glut des Sandes zu schützen.

Einige zwanzig Meter vor diesem Mann marschiert ein anderer, ein Beamter vielleicht äußerst korrekte Kleidung, dunkler Anzug, dunkler Hut, eine Aktentasche in der Hand, in der anderen einen straff gerollten Regenschirm. Sein Gesicht ist ein wenig blass und völlig merkmalslos, gleichsam ausgewischt.

Der Abstand zwischen den beiden Wanderern vergrößert sich langsam, aber stetig.
Der Bräutigam sputet sich, er ringt keuchend nach Atem, fällt hin, steht wieder auf, taumelt weiter, fällt abermals hin. " Hören Sie bitte!" ruft er, und seine Stimme klingt hoch und überanstrengt wie die eines alten Weibes, "Warten Sie mal! Ich möchte Sie etwas fragen."

Der Mann ohne Gesicht hat den Ruf wohl gehört, aber er geht noch ein gutes Stück weiter, ehe er schließlich stehen bleibt und sich seufzend umwendet, als handele es sich um das Greinen eines ungezogenen Kindes, das ihn zum hundertsten Mal unter irgendeinem Vorwand aufzuhalten versucht. Lässig auf seinen Schirm gestützt sieht er zu wie der Bräutigam mühsam die Düne zu ihm empor krabbelt.
"Bitte beeilen Sie sich!" sagt er kühl. "Was wünschen Sie denn nun schon wieder?" "Sagen", Sie keucht der
Bräutigam und überlegt sichtlich was er eigentlich fragen wollte, "sagen Sie, bitte, ist es noch sehr weit?" Beim Sprechen ziehen seine geschwollenen Lippen Fäden.
"Nur noch ein paar Schritte", erwidert der andere korrekt wie vorher, "nur noch bis zu jenem Tor dort."
Dabei zeigt er mit dem Schirm auf die Tür im Süden. Er will sich wieder zum gehen wenden, doch der Bräutigam hält ihn fest.
"Verzeihen Sie", bringt er mit einiger Mühe heraus, "wohin, mir ist es nämlich im Augenblick entfallen- wohin gehen wir überhaupt?"
"Zu Ihrer Baut, mein Herr", erklärt der andere, und man kann hören, dass er diese Antwort schon oft geben musste. Er betont jede Silbe und spricht laut wie zu einem Schwerhörigen oder Blöden. "Ich bringe Sie ins Zimmer Ihrer Braut."

Der Bräutigam starrt ihn eine Weile mit offenem Mund an, dann schlägt er sich mit der Hand vor die Stirn und lacht hastig und um Entschuldigung bittend. Er versucht ein Lächeln, während er sagt: "Wenn wir bei Ihr angelangt sind, dann wird alles gut sein, nicht wahr? Sie wird doch nichts gegen einzuwenden haben, nur weil ich nicht mehr so gut gekleidet bin? Es ist ja alles um Ihretwillen, das wird Sie doch einsehen? Was ich gelitten habe, wird Sie doch von meiner Liebe zu Ihr überzeugen? Sie wird mir glauben, dessen bin ich mir sicher. Sie wird mich mit offenen Armen empfangen."
"Wenn wir bei Ihr angelangt sind", stellt der andere schlicht fest.

"Gewiss, gewiss", murmelt der Bräutigam, "Es wird bald sein, sehr bald. Deshalb habe ich ja den direkten Weg gewählt."
"Wir sind aus jener Tür gekommen", sagt die kühle Stimme, "und gehen zu dieser dort. Das ist alles."
"Ich verstehe nicht", gesteht der Bräutigam ein, "ich verstehe einfach nicht, dass es so weit ist."
"Sie verstehen es nicht", wiederholt der andere und wendet sich zum gehen, aber Ihre Braut wartet. Kommen Sie!"

Der Bräutigam hält ihn nochmals am Ärmel fest. "Woher wissen Sie das überhaupt? Vielleicht wartet Sie längst nicht mehr. Oder Sie hat nie gewartet? Es könnten doch irgendwelche Umstände eingetreten sein, dann hätte ich alles ganz umsonst auf mich genommen. Ich würde mich lächerlich machen."
"Das", antwortet die trockene Stimme, " erfahren Sie am besten, indem Sie durch die Tür da vorne gehen."
"Diese Tür da vorn", flüstert er Bräutigam, "Sie ist unerreichbar, Sie bleibt immer vor uns, immer gleich weit......
Das ist eine Fatahmorgana und keine Tür!"
"Unsinn", sagt der andere ohne zu lächeln, "eine Fatahmorgana erscheint und verschwindet. Aber diese Tür war von Anfang an da und ist an Ihrer Stelle geblieben, ganz unverändert."
Der Bräutigam nickt. "Ja unverändert, -seit damals als ich losgegangen bin- als ich noch jung war."
"Es ist also keine Fatahmorgana", erwidert der Begleiter in abschließendem Ton und setzt sich in Bewegung.

Lange Zeit wandern die beiden Männer nebeneinander her, aber nach und nach entsteht wieder der Abstand zwischen ihnen, der sich vergrößert. Wieder ruft der Bräutigam, und wieder bleibt der Mann in der korrekten Kleidung erst nach einer Weile stehen und erwartet ihn, auf den Schirm gestürzt.
Der Bräutigam löst sich zusehends auf, seine Kleidung hängt ihm nunmehr in Fetzen vom Leib, auch scheint es so, als sei er noch kleiner und älter geworden.

"Damals", stößt er nach Atem ringend hervor und macht mit dem Zylinder, von dem nur noch der Rand übrig ist, eine fahrige Bewegung in die Richtung der nördlichen Tür, "damals war ich noch kräftig, erinnern Sie sich?
Damals war ich es der voraus lief, nicht Sie, wissen Sie noch?"
"Manchmal", schränkt der andere ein, "sehr selten."
Der Bräutigam schüttelt sich eigensinnig den Kopf. "Nein, nein. Sie konnten mich kaum bändigen. Sie hatten Mühe, mit mir Schritt zu halten. Damals war ich jünger als Sie, mein Lieber. Viel jünger und kräftiger. Ich war ein stattlicher junger Mann."
"Ich" entgegnet er Begleiter, "bin immer noch gleich alt."
Der Bräutigam wischt sich mit seinem dürren Händchen den Sand vom runzligen Gesicht.
"Ich erinnere mich", flüstert er, als wir dort aus der Tür traten, hockte dort am Boden ein uraltes Weib, winzig wie von der Sonne eingeschrumpft. Sie hatte nichts auf dem Leib, als einige Fetzen von Spinnweben. Vielleicht war es der Rest Ihres Brautschleiers. Arme alte Kettel!
Ich ekelte mich vor ihren hängenden Büsten, die dünn und leer waren wie vertrocknete Früchte. Aber der Blick, mit dem sie mich ansah! Ich habe oft an Ihn denken müssen. Sie hatte eingesunkene halbblinde Augen. Und sie streckte mir die Hand entgegen, in der sie ein paar dürre Rosenstängel hielt.

Der Blick erinnerte mich an etwas, oder jemand.

Jetzt habe ich es vergessen. Ich weiß nur noch, dass ich mich für sie schämte, weil sie so alt und so hässlich ist. Ich nahm die rote Nelke aus meinem Knopfloch und warf sie ihr zu.
Sie fing sie auf und lachte zahnlos. Ich glaube sie war glücklich über mein Geschenk. Ja, damals war ich wahrhaftig ein stattlicher junger Mann und stark wie ein Stier.
Ich dachte, nur ein paar Schritte und ich bin bei ihr, bei meiner Braut. Ich hatte es eilig. Darum wollte ich auf dem direkten Weg zu ihr."
"Kommen Sie, kommen Sie!" sagte der Begleiter nun schon fast ein wenig ungeduldig.
Aber der Bräutigam hatte noch etwas zu sagen, obgleich es im Mühe macht, verständlich zu sprechen.
"Meinen Sie nicht auch", krächzt er, "es wäre klüger, wir warten bis es Abend wird? In der Kühle könne man den Marsch leichter fortsetzen,"
"Bitte" erwidert er Mann ohne Gesicht, "nehmen Sie sich doch zusammen! Sie bringen ja schon alles durcheinander. Wie befinden uns im Mittagszimmer. Abende gibt es anderswo. Sehen sie selbst, wir werfen hier so gut wie keinen Schatten. Das Licht steht im Zenit, unverändert und unveränderlich."
Der Bräutigam nickt traurig, lässt die Arme hängen und sagt:
"Ich kann nicht mehr."
Der Begleiter stochert gleichgültig mit seinem Schirm im Sand. "Das haben Sie schon hundertmal gesagt. Muss ich nochmals an Ihr Verantwortungsgefühl appellieren? Man erwartet Sie. Ihre Braut zählt jede Minute. Sie sehnt sich nach Ihnen, wie nur eine junge Frau sich sehnen kann. Bedeutet Ihnen das denn nichts?"
"Doch, doch!" beeilt sich der Bräutigam zu versichern.

Wieder wandern die beiden schweigend eine lange Wegstrecke, Stunden oder Jahre im gleißenden Licht.
Plötzlich wirft sich der Bräutigam zu Boden, wälzt sich auf den Rücken und schreit aus verkrusteten Lippen zum Himmel hinaus: "Warum? Warum nur? Warum ist der Weg so lang?
Ich werde niemals ankommen. Niemals, niemals werde ich meine Braut sehen und umarmen. Warum konnte ich ihr nicht einfach sagen, dass ich sie begehre, dass ich sie haben will, dass mich danach verlangt, ihre Haut zu fühlen, ihren Leib?"
Ein Hustenanfall schüttelt ihn, und er kann nicht weiter sprechen.

Der Begleiter wartet teilnahmslos ab, bis es vorüber ist, dann sagt er: "Das alles haben Sie getan. Sie haben diese Dinge gesagt, und so stehen sie Wort für Wort in den Dokumenten." Er klopft mit dem Schirm leicht gegen die Ledermappe.
Der Bräutigam bewegt eine Weile sprachlos die Lippen. "Aber warum", stammelt er schließlich, "warum bin ich dann hier und nicht bei ihr? Warum gehe ich immer nur auf sie zu, ohne sie je zu erreichen?
Warum? Warum? Warum?"
"Weil Sie es unbedingt so wollten", sagt er andere und blickt zu ihm nieder. "Es ist ihnen wieder und wieder gesagt worden, dass der direkte Weg der längste ist.
Sie haben ja nicht einmal zugehört. Hören Sie mir wenigstens jetzt zu?"
"Ja", krächzt er Bräutigam. Er starrt den Begleiter lange an, dann beginnt er zu lachen. Es klingt wie ein Gekreische.
Der andere wartet reglos ab.
Schließlich schluckt der Bräutigam trocken und flüstert: "Also hat mich ganz einfach die Mathematik betrogen? Hat mich mein Verstand im Stich gelassen? Wo war mein Gefühl?
"Nein", sagt der Begleiter, "dort ist es richtig."

Der Bräutigam lässt den Kopf in den Sand zurücksinken und starrt in die Sonne. Seien Augen schmerzen, als würden Sie von glühenden Eisen durchbohrt, aber es kommen ihm keine Tränen.
Er hat keine mehr.
Er lässt Sand durch seine Finger rinnen und murmelt: "So ist das also. Ich gebe auf. Ich streike. Ich will nicht mehr. Ich streike."
"Nur Mut!" sagt der Begleiter, aber er sagte es ohne jede Teilname. "Dort ist ja schon die Tür. Es sind nur noch ein paar Schritte."
Der Bräutigam lässt weiter den Sand durch seine Finger rinnen, gleichsam einer Sanduhr. Der gesichtslose Begleiter zieht ihn hoch und hält ihn mit ausgestreckten Armen vor sich hin, so leicht ist er geworden.
Seine Beine baumeln in der Luft wie die einer Puppe.
"Ich sehe nichts mehr", flüstert er, "Ich habe keine Augen mehr."
"Und Ihre Braut" fragt der andere.
"Ich weiß nichts mehr. Ich verstehe nichts mehr. Ich will nichts mehr. Ich habe keine Braut. Ich habe nie eine gehabt. Ich habe niemals begehrt. Ich habe niemals geliebt. Ich habe niemals existiert. Lassen Sie mich bitte in Ruhe."
Aber der Begleiter gibt nicht nach.
"Sie haben kein Recht Ihre Existenz aufzugeben. Sie denken nur an sich selbst. Aber Sie haben Verantwortung übernommen. Die können Sie nicht einfach von sich werfen, als Mann von Charakter."
"Charakter......" flüstert der Bräutigam immer noch mit den Beinen baumelnd, "ich frage mich, warum Sie nicht meine Aufgabe übernehmen. Die junge Dame wird sich freuen. Sie wird noch immer jung sein - jedenfalls jünger als ich."
Der Begleiter lässt ihn los. Er fällt in den Sand wie ein Bündel Lumpen. Mit zusammen gekniffenen Augen versucht er den gesichtslosen zu sehen, der groß über ihm steht.
"Unsere Pflichten", hört er die glatte Stimme sagen "sind nicht die gleichen."
Der Bräutigam spielt wieder im Sand. "Pflichten......", flüstert er und kichert ein wenig, "Pflichten......."
Nun wird der andere zum ersten Mal beinahe ungehalten. "Sie stellen sich wirklich an, als ging es um Ihr Leben."
"Das tut es auch", antwortet der Bräutigam und nickt traurig mit seinem eingefallenen dürren Köpfchen, "es geht um mein Leben, rückwirkend, verstehen Sie? Ich bin ein alter Mann, aber ich habe kein Leben gehabt. Man hat mir alles annulliert. Ich bin um mein Leben betrogen worden, ich weiß nicht, von wem.
Und nun will ich keines mehr.
Ich will nie eines gehabt haben.
Dagegen können Sie nichts tun."

"Doch", sagt der andere "ich werde Sie die letzten paar Schritte tragen."
Der Bräutigam kichert. "Die letzten paar Schritte.........., das schaffen Sie nicht."
"Erlauben Sie?" sagt der andere, und ohne eine Antwort abzuwarten, hebt er den Bräutigam hoch und nimmt ihn auf den Arm. Der legt sein mageres Ärmchen um die Schulter des Begleiters und schmiegt das wackelnde Greisenköpfchen an dessen Hals.

So legen sie wieder ein langes Stück Wegs zurück. Obwohl der Bräutigam kaum noch etwas wiegt, wird seinem Träger doch schließlich der Arm lahm, und er lässt ihn zu Boden gleiten.
"Die letzten paar Schritte............." meckert der Bräutigam triumphierend, "sehen Sie, sehen Sie!"
Der Mann ohne Gesicht antwortet nicht. Er hakt die Krücke seines Schirms in den Kragen des Cutaway, oder vielmehr in den Rest, der davon noch vorhanden ist, und schleift den Bräutigam hinter sich her, durch den Sand.

Wieder vergeht endlose Zeit.

Der Bräutigam fühlt, dass der andere ihn losgelassen hat, und versucht, sich aus dem Lumpenbündel zu befreien.
"Wir sind da", hört er die teilnahmslose Stimme sagen, "ich habe Ihnen doch gesagt, es seien nur ein paar Schritte."
Der Bräutigam bringt sich mit einer letzten Kraftanstrengung in sitzende Haltung und reißt die Augen auf. Das Licht dringt in ihn ein wie kochendes Metall, und er stößt einen Schrei aus, doch nicht einmal er selbst vernimmt ihn.

Vor seinem erlöschenden Blick schwankt die Tür. Sie ist geöffnet. Der Durchblick ist eine Schattierung dunkler als das dunstige Blau des Himmels, das ihn umgibt.
In diesem Ausschnitt steht ein Hochgewachsenes Mädchen, mit nichts bekleidet als einem duftigen Brautschleier, der von ihrem Scheitel herabfließt und ihren Körper einhüllt, durchsichtig wie zarter Nebel. Ihr Gesicht ist fast in diesem Nebel verborgen, um so deutlicher aber sind ihre langen schmalen Glieder zu sehen, ihre Schenkel, ihre kleinen Brüste, ihr flacher Leib und der Nachtschatten Ihres Schoßes. In der Hand trägt sie einen Rosenstrauß.

"Endlich!" ruft Sie, "ich bin fast tot vor Sehnsucht! Wo ist er denn? Wo ist er?

Der Begleiter wendet sich dem Bräutigam zu, aber der hebt mit großer Mühe eine Hand und legt ein knochendürres Fingerchen bittend an seinen eingefallenen, zahnlosen Mund.
Der Begleiter zuckt unmerklich die Achseln und wendet sich der Braut zu.
"Ihr Bräutigam erwartet Sie hinter der nördlichen Tür. Wenn Sie wollen, führe ich Sie auf direktem Wege zu ihm."
"Gehen wir!" ruft sie, "gehen wir schnell. Es sind doch nur ein paar Schritte dann bin ich bei ihm."

Sie will loslaufen, hält aber inne, weil er Bräutigam die Hand nach ihr ausstreckt. Ratlos betrachtet sie ihn einen Augenblick lang, dann wirft sie ihm eine Rose aus dem Strauß ihrer Hand zu.
Der Bräutigam hebt seinen Blick zu dem Begleiter, der mit verschränkten Armen zugesehen hat und nun leise sagt:

"Immerhin seid Ihr euch begegnet
Ihr habt es schon oft getan
Und werdet es immer wieder tun.
Das können nicht alle von sich sagen."

Dann folgte er dem Mädchen, das mit langen Sprüngen in die Wüste hineinläuft, auf die andere Tür zu, die riesenhaft am nördlichen Horizont steht. Die beiden Gestalten werden zwischen den Sandhügeln kleiner und kleiner, und nur eine gewundene Spur von winzigen Sandtrichtern bleibt zuletzt.

Der Bräutigam starrt ihnen mit milchweißen Augen nach, während seine Finger die Rosenblüten betasten.
"Wie schön sie ist!" flüstert er, "mein Gott, wie schön sie ist!"
Und während er zurücksinkt in den Sand, murmelt er noch:

"Ob sie mich finden wird, dort drüben hinter der anderen Tür?"


Das schönste Herz

Es war einmal ein junger Mann, der stellte sich auf den Marktplatz und erklärte, dass er das schönste Herz im Ort habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler an ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, er hatte wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der Junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: " Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines."
Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranzte Ecken, genauer gesagt.....an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: " Du musst scherzen " sagte er, " dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinanader aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten."
" Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens wieder gegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde...... und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist? "
Der junge Mann stand still und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem Alten mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es ausgefranzte Ränder hatte. Der Junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg. Seite an Seite.
Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat........
Nerben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat............


Der Straßenkehrer

Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig.
Bei jedem Schritt ein Atemzug und bei jedem Atemzug ein Besenstrich.
Schritt - Atemzug - Besenstrich. Schritt - Atemzug - Besenstrich.
"Siehst Du, Momo", sagte er, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange
Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang,
die kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr.
Jedes mal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht weniger wird,
was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an,
man kriegt es mit der Angst zu tun, und zum Schluß ist man ganz aus der Puste
und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem.
So darf man es nicht machen!"
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du ?
Man muß nur an den nächsten Schritt denken, den nächsten Atemzug,
den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut.
Und so soll es sein."

Das Kreuz durchkreuzt

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
was keiner sagt, das sagt heraus
was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
wenn alle mittun, steht allein
Wo alle loben, habt Bedenken
wo alle spotten, spottet nicht
wo alle geizen, wagt zu schenken
wo alles dunkel ist, macht Licht
Das Kreuz des Jesus Christus
durchkreuzt, was ist
und macht alles neu.

GLÜCK

Glücklich zu sein bedeutet für mich, gerade in der heutigen Zeit,
Zufriedenheit zu erlangen. Sich da wohlzufühlen, wo man steht in seinem Leben,
mit dem zufrieden zu sein, was man bereits erreicht hat.
Allzuviele Menschen unter uns sind permanent unglücklich,
weil sie chronisch unzufrieden sind,
obwohl sie gesund sind und keine Armut ertragen müssen.
Aber der Nachbar könnte ein größeres Auto haben oder
eine weitere Flugreise im kommenden Urlaub machen.
Zu wenig Menschen machen sich Gedanken darüber,
wieviel sie eigentlich bereits erreicht haben
und was sie sich bereits leisten können
- nein, sie denken sich nur, was sie von dem "noch mehr" haben wollen.


Arme Leute

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen,
wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht
auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn:
"Wie war dieser Ausflug?" "Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?"
"Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater.
Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben
und die Leute auf der Farm haben vier.
Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht,
und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört.
Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu:
"Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."


SPUREN IM SAND...

Eines Nachts hatte ein Mann einen Traum...
Er träumte, er würde mit Christus am Strand entlang spazieren.
Am Himmel über ihnen erschienen Szenen aus seinem Leben. In jeder Szene
bemerkte er zwei Paar Fußabdrücke im Sand,
eines gehörte ihm, das andere dem Herrn.
Als die letzte Szene vor ihm erschien, schaute er zurück
zu den Fußabdrücken und bemerkte, daß sehr oft auf dem Weg
nur ein Paar Fußabdrücke im Sand zu sehen war.
Er stellte ebenfalls fest, daß dies gerade während der Zeiten war,
in denen es ihm am schlechtesten ging.
Dies wunderte ihn natürlich, und er fragte den Herrn:
"Herr, du sagtest mir einst, daß ich mich entscheiden sollte,
dir nachzufolgen; du würdest jeden Weg mit mir gehen.
Aber ich stellte fest, daß während der beschwerlichsten Zeiten
meines Lebens nur ein Paar Fußabdrücke zu sehen ist.
Ich verstehe nicht, warum! Wenn ich dich am meisten brauchte,
hast du mich allein gelassen."
Der Herr antwortete: "Mein lieber, lieber Freund, ich mag dich so sehr,
daß ich dich niemals verlassen würde. Während der Zeiten,
wo es dir am schlechtesten ging, wo du auf Proben gestellt wurdest
und gelitten hast - dort, wo du nur ein Paar Fußabdrücke siehst -,
es waren jene Zeiten, wo ich dich getragen habe.

WUT

Was ist Wut ? Ist das was positives ?
Ist es nicht eher so, dass die Wut nur dem Wütenden schadet ?
Mit Wut erreiche ich doch keine Besserung dessen, weswegen ich wütend bin ?
Wut ändert nichts. Es sendet nur Negatives aus und wir ernten wieder Negatives.
Ich weiss kein Spezialrezept gegen Wut, aber wenn ich mir in so einem Moment überlege, warum ich wütend bin und was mir dieser Zustand bringt, verfliegt die Wut.


Zuversicht

Manchmal fühle ich mich wie ein Baum,
von dem fast alle Blätter gefallen sind.
Aber jetzt macht es mir keine Angst mehr.
Weiß ich doch um meine Kraft
neue Blätter zu treiben

Freundschaft

Manche Leute
kommen in unsere Leben
und gehen schnell...
Manche Leute
werden Freunde
und bleiben ein bißchen...
wunderschöne
Fußabdrücke auf unseren
Herzen hinterlassend...
und wir sind
ziemlich ähnlich,
weil wir eine Freundschaft
geschlossen haben!!
Gestern ist Geschichte. Das Morgen ein Mysterium.
Das Heute ist ein Geschenk. Darum heißt es auch: präsent.
Ich denke, das ist etwas Besonderes... Lebe und genieße jeden Moment...
Dies ist keine Generalprobe!

Auslegungen

Geht er auf sie zu,
wirkt er aufdringlich;
hält er sich zurück,
muss er ein Angsthase sein.
Ist er lieb zu ihr,
ist das seine Masche;
wird er auf sie wütend,
zeigt er sein wahres Gesicht.
Möchte er sie in den Himmel heben,
ist er ein hoffnungsloser Träumer;
würde er sie am liebsten auf den Mond schiessen,
ist er gemeingefährlich.
Spricht er von seinen Gefühlen,trägt er sein Herz
immer gleich auf der Zunge;
verschließt er sich vor ihr,
entpuppt er sich als Eisberg.
Pokert er um ihre Zuneigung,
versucht er, sie zu bluffen;
legt er seine Karten auf den Tisch,
hat er garantiert ein As im Ärmel.
Was er ihr auch gibt,
es ist nicht genug;
gibt er endlich auf,
hat er es nie richtig versucht.

Du bist einsam...

Du bist einsam
Und meinst, daß niemand dich versteht
und es keinen Sinn hat zu sprechen,
weil dein Schicksal einmalig ist.
Das ist es auch.
Ein Leben wie deines hat keiner zu leben.
Niemand fühlt deine Schmerzen so wie du.
Und wenn du kämpfst,
dann so, wir nur du es tust.
Niemand wartet wie du.
Und keiner trägt so
die Sehnsucht in sich wie du.
Und doch bist du damit nicht allein,
weil deine Angst verwandt ist
mit der Angst vieler:
Und deine Sehnsucht mündet
in die Sehnsucht von Millionen.
Deine Schmerzen
sind ein Teil der Schmerzen,
die wie ein manchmal stiller
und manchmal lauter Schrei
die Welt umkreisen.


Die Einladung

Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst,
der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen
und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leides berührt hast,
ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob Du zusammengezogen und verschlossen bist
aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen ob Du mit dem Schmerz - meinem und Deinem - dasitzen kannst,
ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen ob Du mit Freude - meiner und Deiner - dasitzen kannst,
ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst,
von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft
oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst,
um Dir selber treu zu sein.
Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst
und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst
und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst,
auch, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem und Deinem - leben kannst
und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst
und zu dem Silber des Vollmonds rufst: "Ja!"
Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast.
Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst
nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung,
erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen,
und tust, was für die Kinder getan werden muß.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast.
Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst
und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.



Liebe

Du hattest Tränen im Gesicht als du ihm sagtest
"Ich liebe nur Dich"
doch er glaubte Dir nicht!

Du gingst durch die Strassen dein Herz war leer
und leben wolltest du auch nicht mehr.

Du fingst an zu haschen und nahmst Heroin,
du wurdest süchtig ,
das alles wegen ihm.

Doch deine Eltern merkten es bald!
Und steckten dich in eine Entziehungsanstalt.

Er hatte eine Andere - du merktest es kaum,
du lebtest so dahin wie in einem Traum.
Du hörtest den Zug ankommen
und starrtest auf die Schienen versonnen
"Dein Todesschrei"
mit deinem Leben war es vorbei....

Zu spät stand er an deinem Grabe mit Tränen im Gesicht
und flüsterte leise:

"Ich liebte nur Dich"


Internetliebe

Tastend suchend im Netz... tolles Profil entdeckt... per Tele vorsichtig angesprochen...
direkt ueberrascht.. gut verstanden... gemeinsame Interessen.
Neugier geweckt... Mails getauscht... immer oefter auf Post gehofft...
Verabredungen im Netz.
Privates preisgegeben... Zuviel User stoerten... Privatraeume aufgesucht...geheime Verstecke.
Zuerst schuechtern... dann Offenheit... Vertrauen geschaffen...
Das erste Mal Cybermaessig abgehoben.
Gefuehle im Spiel.. Kribbeln im Bauch... Knistern im Netz..
Tiefverschuettetes ausgegraben... staunend Sehnsucht entdeckt...
immer staerker...immer mehr.
Unbewusst verliebt... in Deine Worte... in Deine Art...
in Deine Ausdrucksweise... in Deine Spaesse...
in Dein grosses Herz... und in die Vorstellung von Dir...
doch noch nie gesehen!!!
Bombeneinschlag...voll erwischt !!!...
Auf Wolken schweben... lachen...albern sein wie 2 Kinder...
glueckstrahlende Augen...
erotische Anziehungskraft... Geschehen unaufhaltbar...
Naechte durchgemacht... Liebe erlebt...
nie mehr voneinander lassen...Zeit verfliegt...
Traenen zum Abschied... Schmerzliches vermissen...
Alles Schicksal???...
Das Ende???...
Ein Wiedersehen???...
oder fuer immer nur.....
...Erinnerungen und 2 gebrochene Herzen????...


Nur gespielt

Schau mir ins Gesicht -
und Du wirst mich lachen sehen,
denn ich bin glücklich mit meiner neuen Freundin/Freund.
Schau mir ins Gesicht -
und Du wirst sehen,
wie gleichgültig Du mir bist,
denn ich habe Dich nie richtig geliebt.
Aber schau mir nicht in die Augen -
denn dann würdest Du die Träne sehen,
die Dir sagt, dass alles nur Lüge ist.
Denn in Wahrheit weine ich,
bleibe stehen und sage Dir,
daß ich Dich liebe - noch immer -


Verlangen

Ich sehne mich mit aller Kraft...
nach dir und deiner Zaertlichkeit...
laengst bin ich schon fuer dich bereit...
In deinen Armen moechte ich liegen...
an deine Brust mich zaertlich schmiegen...
Deine Haende streicheln mich...mach weiter...
denn *Ich Liebe Dich*.
Deine Kraft sollst du mir geben...
ich brauche dich zum Ueberleben....
Ich denke ich kann dir Vertrauen...
auf deine Liebe immer bauen....
Ich traeume Tag und Nacht von dir...
komm her und sei ganz lieb zu mir...
Willst du mich genauso sehr?...
Dann gib mich niemals wieder her...
Dein Bild ist drin in meinem Herzen...
Liebe kann auch manchmal schmerzen...
Liebe mich mit aller Macht...
damit mein Herz dann wieder lacht...
Sehnsuchtsvoll sucht mich dein Blick...
ich glaub ich kann nicht mehr zurueck...
Halt mich lieb und halt mich warm...
dann schlaf ich ein in deinem Arm.


Meine kirchliche Hochzeit


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